Donnerstag, 30. Mai 2019

Voll der Süsse und des Weins

Allmählich müssen gewöhnliche Tage kommen. Allmählich darf es nicht überall Süsses und angefangenen Wein herumstehen haben. - Ich nehme zu an Gewicht, aber nicht an Weisheit. So nicht! - Heute aber nochmals, weil am Donnerstag Sonntag ist. (Eine Ausrede finde ich immer.)Wir sind zum Reitplatz spaziert der Töss entlang. Es hatte kaum Leute. Sind die alle in den Süden gefahren? - Am Reitplatz bekamen wir je ein Glas Weisswein. Meiner kam von der Flasche, die gestern übrig geblieben war. Gut herauszuschmecken. Flach, einfach flach. - Aber es ist schön, dort im Grünen zu sitzen. Schon blühen die Dahlien?! - Zu Hause habe ich nach gehabten Mühen viel Spaghetti gekocht, und wir haben alle gegessen. Kräuter aus dem Garten an der Sauce - viererlei. Rotwein dazu. Später schmausten wir die letzten drei selbstgemachten Merengues mit Rahm, der ja auch weg muss. Übrig vom Fest. - Jetzt spüre ich um und um meine gelben Hosen satt auf meinem Körper. Gewöhnliche Tage ab morgen!

Mittwoch, 29. Mai 2019

Bei den Hühnern vorbei schauen

Ein ganz normaler Tag. - Wir mussten auf die Post, haben eingekauft im Coop und gingen dann noch bei den vier hübschen Hühnern vorbei. - Eine alte Dame trat zu uns, und wir erzählten einander, dass unsere Vorfahren Hühner hatten. Bei ihr die Eltern, bei mir die Grossmutter. - Wir bewunderten gemeinsam die vier je verschieden farbigen Hühner in ihrem kleinen Hof. - Bis jetzt hatte ich gemeint, Hundehalter kommen miteinander ins Gespräch, aber die Hühner anderer Leute reichen auch.

Dienstag, 28. Mai 2019

Was alles wächst

Es ist Ende Mai. Im Garten wächst es wild. Heute musste ich roden, damit alle Pflanzen, die ich haben will, genug Sonne bekommen. - Dieses "haben will" ist sehr egoistisch, das gebe ich zu. Gerade gestern habe ich einem Kind erklärt, dass es nur Kräuter gibt, keine Un-Kräuter. Und dass alles wachsen will. - Aber ich brauche z.B. Ringelblumen, weil ich daraus Salbe mache. Da kann ich die zarten Pflänzchen weder den Schnecken, noch der wuchernden Minze überlassen. Versetzen ist das Zauberwort. Mögen sie sich am neuen Ort wohler fühlen und schneller wachsen, mir zum Nutzen. - Was in diesen Tagen auch wächst, ist die Papierbeige auf meinem Pult. Da kann ich nicht einfach ausreissen. Ich muss mich dran setzen und sie sorgfältig bearbeiten. Auf dass alle eine Antwort bekommen, deren Briefe auf der Beige liegen. Auf dass richtig versorgt wird, was fälschlich da gelandet ist. - Ich beginne mal, aber morgen ist auch ein Tag...

Montag, 27. Mai 2019

Wir träumen immer noch ein wenig...

Heute haben Reto und ich zusammen ein königliches Festmahl für Judith, Kaya, das Hütekind und uns zubereitet. Pommes frites, Pouletbrust paniert nach Samin Nosrat, meiner favorit Köchin, allerfrischesten Kopfsalat aus unserem Garten, Cherries und Minipeperönchen. Gefolgt von Barista-Kaffee und Mandelstollen, den wir vergessen haben, ans Fest mitzunehmen. Lecker! - Wir haben ohne Unterbruch die Kinder bedient, hinterhergeräumt, verzaubert bei ihrem Rössli-Tanz zugeschaut, alles getan. - Aber sie auch. Mit ihrer Fröhlichkeit und ihren Ideen nehmen sie uns mit und machen uns zwar müde, aber zufrieden. Glücklich. - Und wenn es gerade geht, denke ich weiter an mein Fest im Schloss. Träume noch ein bisschen vor mich hin. Lasse Bilder aufscheinen. Höre Stimmen. Bin hin und weg.

Sonntag, 26. Mai 2019

Glücklich


So ein wunderbares Fest, das ich im Schloss Hegi (Keller) feiern durfte! Heute bin ich damit "beschäftigt", glücklich zu sein. Genug für mehr als einen Tag.

Freitag, 24. Mai 2019

"Reisefieber"

Echt, es fühlt sich wie Reisefieber an. aber ich gehe nicht auf eine Reise. Stattdessen feiern wir morgen ein Fest. Dass ich nämlich siebzig geworden bin im März, und dass ich froh und dankbar bin, dass ich so viele liebe Menschen kennen darf. Ein paar davon werden mit mir feiern, halt so viele, wie Platz finden im Keller des Schloss Hegi. Wir werden genau so viele sein, wie meine erste Schulklasse SchülerInnen hatte, als ich eine junge Lehrerin war. Das ist mir heute frühmorgens eingefallen, als ich reisefiebrig im Bett lag und partout nicht mehr schlafen konnte. Und dass ich heute noch das tun muss und jenes. Nichts vergessen! - "Abefahre, s chonnt scho guet." - Ich freue mich riiiesig!

Donnerstag, 23. Mai 2019

Feldenkrais olé!

Heute Morgen wieder grosse Körperverwirrung. "Dreht euch auf die rechte Seite. Beine anwinkeln. rechten Arm in Schulterhöhe ausstrecken, dann Oberarm aufstellen. Linke Hand unter Kopf legen. Ellenbogen leicht anwinkeln. Nun mit rechter Hand wie Scheibenwischer auf und ab neben dem Körper. Gleichzeitig mit linker Hand Kopf heben, wenn rechter Arm gegen die Oberschenkel geht. Ausatmen, wenn nach unten." - Was, atmen muss ich auch noch? Mir ist leicht übel, aber ich halte durch. Auch, als alles gegengleich kommt und das Becken mit ins Spiel eingreift. Das tut es, weil ich den Unterschenkel heben muss, während alles andere weiter läuft. - Wann schon wieder - hebe ich den Unterschenkel, wann atme ich? Atme ich überhaupt noch?