Montag, 30. Juni 2025

Überraschungstag

Gestern bekamen wir ein Weihnachtsgeschenk: Stefan und Martin hatten uns unter dem Slogan "Für die lieben Sieben" einen Überraschungstag versprochen. - Wir fuhren samt Hund nach Flüelen und wanderten vom Bahnhof ins Reussdelta. Ich fand für uns alle einen Schattenplatz, und wir liessen uns zu Speise und Trank und angenehmem Bade dort nieder. Martin hatte einen Rucksack voller Eiswürfel dabei und darin eingebettet Weisswein und Bier. Echt, alles war noch wunderbar kühl! Stefan hatte an seinem freien Dienstag in Altdorf authentisches Urner Picknick eingekauft. Die perfekten Gastgeber, die beiden. Und Hund Yumi erwies sich als unkomplizierter Familienbegleithund. Schwamm sogar erstmals im Leben ganz kurz. Kaya war mutig und schwamm mit ihrem Götti Stefan auf die Badeinsel hinaus. Ein wunder-, wunderbarer Tag!



Samstag, 28. Juni 2025

Heute nur kleine Tour

Reto ist auf grosser Kirchenchorreise. Ich bin nur in die Stadt gefahren mit dem Zug. Und dies am Morgen, nachdem ich unseren Garten mit gefühlt hundert Kannen gewässert hatte. Warum sind überall Fahnen gehisst, die Busse beflaggt? - Ach, ja, das grosse Winterthurer Stadtfest läuft, das Albanifest. Aber ich schaute nur in die Marktgasse hinein und blieb wohlweislich in Bahnhofnähe. Bin ich FROH, dass niemand mit mir unbedingt an dieses Fest gehen will. In früheren Jahren haben wir das noch getan. Gehörte sich so. Aber jetzt als alte Frau muss ich so vieles nicht mehr. Nicht mehr fast ersticken in der Menschenmenge. Keiner leert mir sein Bier über den Rücken. Nicht in das Tesssinerzelt, das überfüllt ist, um eine Bandinella spielen zu hören. Alles gehabt. Von allem genug. Zufrieden sitze ich zu Hause in der kühlen Wohnung. Aber MORGEN! - Morgen wirds was geben: Die Burrisippe geht auf Überraschungsreise. Ganztägig. Heute kleine Tour, morgen grosse Tour.  

Freitag, 27. Juni 2025

Ich bin stolz auf mich

 Ich habe gerade in unserem Gärtchen einen Quadratmeter harte Erde umgestochen und gehackt. Auch die Steine aufgelesen, die herumlagen. Und einen Rest Blumenerde verteilt. So kann der kräftige Lavendel eingesetzt werden, den wir gestern bekommen haben. - Ich habe geschwitzt und meinen Rücken gespürt. War schon Arbeit!

Gleichzeitig und zeitlich an allen Rändern darüber hinaus schneidet Reto eine ganze Ligusterhecke. Ohne auch nur stolz auf sich zu sein. Normal! Macht man(n) halt! Ich muss ihn nötigen, eine Pause zu machen. Ich muss ihm "verbieten", noch heute zu Fuss neue Erde herbei zu karren. - Soll ich stolz auf Reto sein? Oder mir eher echli Sorgen um ihn machen?

Donnerstag, 26. Juni 2025

Gewittriger Tag

Wir hatten Besuch zum Mittagessen. Apéro draussen am grünen Tisch; die Sonne schien. Dann haben wir an den Esstisch in der Stube gewechselt. Der kalte Braten an Tomatendressing war sehr fein. Retos Kartoffelsalat der beste. Der Wein kühl. Die Glace fein aber hart. In meinen Kaffee goss ich kalte Milch. 

Das Gespräch entsprach dem Wetter: Mal sonnig, froh, dann immer düsterer. Immer noch die Weltlage. In der Stube war es fast dunkel. Dann noch alle Ärger, die so plagen. Fast hätten wir Lampenlicht gebraucht, Erhellung auf jeden Fall. Am Schluss kriegten wir miteinander die Kurve. Das Schöne mehr beachten. Das Gute geniessen. Sorge tragen. 

Mittwoch, 25. Juni 2025

Mir geht es gut

 Ja, es ist wahr: Mir persönlich in meinem real existierenden Leben, geht es gut. Ich habe alles und mehr,  als ich brauche. Meine sozialen Kontakte sind wunderbar. Abwechslungen machen mein Leben "süss". Am Morgen begrüsst mich nicht nur mein Ehemann, auch Kater Nepomuk will unbedingt von mit beachtet werden. Schnurr, schnurr. Mir geht es gut.

Und doch ! - Ich lese im Landboten immer die Kolumne von Johannes Binotto. Heute hat es klick gemacht: Ja, das ist es, was in allem Guten stört. Das Schlingern der Politik weltweit. Binotto redet davon, er sei seekrank an Land. Eine Übelkeit gegen die er nicht ankommt. Früher habe er spezielle Kaugummis gekaut gegen Seekrankheit oder Übelkeit im Auto. Soll er ein Medikament nehmen? - "Nein", schreibt er, "stattdessen ist es vielleicht manchmal ganz richtig, dass einem schlecht wird bei manchen Dingen."

Diese Art Seekrankheit ändert noch nichts. Aber sie wahr zu nehmen, bewirkt (vielleicht), dass man sich vermehrt dafür einsetzt, Kräfte zu unterstützen, die das Richtige tun. Und selbst möglichst das Richtige zu tun. Und niemandem nach dem Mund zu reden.

Dienstag, 24. Juni 2025

Wellentag

 Die Schulen von Winterthur sind heute in Bewegung: Alle Schülerinnen und Schüler, die nach den Sommerferien neue Lehrkräfte bekommen, gehen heute ihre neue Klasse und ihre neuen Lehrpersonen besuchen. Unsere Enkelin wird in die Sek kommen und das Schulhaus wechseln. Zum Glück kommt eine Freundin in dieselbe Klasse. Also sind die beiden heute mit dem Velo ans andere Ende von Oberwinterthur geradelt. Gespannt auf das Neue, Unbekannte. Da kann ich nur Offenheit und Neugier wünschen. Wir müssen ja alle immer wieder im Leben Veränderungen bewältigen. - "Nichts  bleibt, wie es ist. Es verwandelt sich und mich." schrieb Rose Ausländer in einem meiner Lieblingsgedichte.

Montag, 23. Juni 2025

"Glücklein"

Geben ächt viele "Glücklein" ein grosses Glück?? - Ich glaube schon. Mit meinem schlichten Gemüt kann ich mich enthusiastisch freuen über ein einziges Glückskäferlein/Marienkäferchen/Liebgottchäberli, auch wenn es ein asiatisches ist. "Liebgottchäberli habe ich sie als Kind genannt. Aargauerdeutsch. - Wenn dann noch ein Eidechslein über den Kompostrand guckt, hüpfe ich schon fast vor Freude. Und die Blumen, die Blumen, wie sind sie so schön!