Im Oberland regnet es leise, aber das macht nichts. Es ist ein Arbeitstag, den ich sacht angehe, angehen kann, weil nicht so Superdringendes ansteht. Also meditieren. Konzentration flau. Störanfällig. Und am Schluss komme ich fast nicht mehr hoch, weil das eine Knie uaahh! - Ich weiss ja, dass ich ein bisschen alt bin, und dass ich respektvoll mit mir umgehen will. Schneller gesagt als getan. Ich will/muss üben. Sachte, sachte...
Später: In der Post ein Brief, der mich so unsäglich traurig macht. Jemand kommt mit dem Leben total nicht klar. Wer kann helfen? Was hoffen? - Unsanft holt mich die harte Realität ein.
Montag, 7. November 2011
Sonntag, 6. November 2011
Ich weiss nicht
Kürzlich habe ich einenSatz von Dorotee Sölle gelesen: "Die Inseln der Schönheit, die wir brauchen, sind Erinnerungen an das wirkliche Leben mitten im falschen."
Das wirkliche Leben und das falsche - ich war im Gottesdienst, wozu gehört er? Ich war in der Beiz - keine Frage, gehört zum wirklichen Leben.
Einer hat gesagt: "Ich glaube halt nicht mehr alles, was in der Kirche erzählt wird." - Ich versuche, fast nichts zu erzählen, was ich nicht glaube. Aber da sind liturgische Texte, die von weit her kommen. Und biblische Texte - was sind sie uns?
Ich weiss fast nichts. Ich weiss nicht einmal, was das wirkliche Leben ist und was das falsche. - Oder ist es so, dass es nicht um Wissen geht? Um Glauben? - Wenn ich wüsste, was ich glaube!
Manchmal aber weiss ich, dass es das wirkliche Leben ist, und dass es schön ist.
Das wirkliche Leben und das falsche - ich war im Gottesdienst, wozu gehört er? Ich war in der Beiz - keine Frage, gehört zum wirklichen Leben.
Einer hat gesagt: "Ich glaube halt nicht mehr alles, was in der Kirche erzählt wird." - Ich versuche, fast nichts zu erzählen, was ich nicht glaube. Aber da sind liturgische Texte, die von weit her kommen. Und biblische Texte - was sind sie uns?
Ich weiss fast nichts. Ich weiss nicht einmal, was das wirkliche Leben ist und was das falsche. - Oder ist es so, dass es nicht um Wissen geht? Um Glauben? - Wenn ich wüsste, was ich glaube!
Manchmal aber weiss ich, dass es das wirkliche Leben ist, und dass es schön ist.
Samstag, 5. November 2011
November???
Gestern bei warmem Föhnwetter im Reussdelta: Faszinierende Windwolkenbewegungen.
Nachts bin ich wach geworden wegen "Tierine"(Tiere auf urnerisch) auf dem Dach. Das war ein Rennen und Scharren und Zetern über meinem Kopf. Würde gern wissen, wer da noch über mir wohnt, wo ich meinte, zuoberst zu sein.
November habe ich nicht gern. Aber dieser November ist bis jetzt gar kein November, und sollte er es noch werden, ist er schwupps vorbei!
Nachts bin ich wach geworden wegen "Tierine"(Tiere auf urnerisch) auf dem Dach. Das war ein Rennen und Scharren und Zetern über meinem Kopf. Würde gern wissen, wer da noch über mir wohnt, wo ich meinte, zuoberst zu sein.
November habe ich nicht gern. Aber dieser November ist bis jetzt gar kein November, und sollte er es noch werden, ist er schwupps vorbei!
Donnerstag, 3. November 2011
Weihnachtskarten bereit
Heute Morgen hätte ich gern einen Besuch gemacht, aber das ging nicht. Da bin ich auf die Idee gekommen, schon mal die Weihnachtskarten zu "erfinden". Wir hatten einen guten Sommer, darum darf der Winter kommen. Das habe ich mit eigenen Fotos zu dokumentieren versucht: Zwiebelernte, Hausbootferien, Maggia. Wassen im Winter. Ich bin bereit.
Mittwoch, 2. November 2011
Eucharistie ist griechisch und heisst "Danksagung"
Eucharistie muss sein, habe ich geträumt. - Nur, was alles ist Eucharistie? Danksagung? - Ich bin sooo zufrieden und sage Dank für den heutigen Nachmittag, an dem die Pfarrhausbesatzung die Blumenknollen für den nächsten Frühling unter die Erde gebracht hat. Hunderte von Knollen werden unter der Erde schlafen und träumen, wie schön sie sein werden, wenn sie im Frühling aufblühen. Eucharistie! Jetzt!
Versatzstücke einer Nacht
Auf Allerheiligen folgt Allerseelen. Bei mir stand dazwischen eine unruhige Nacht mit Aller-lei. - Sah mich nochmals in Meien, wo mich plötzlich wieder die Frauenverzweiflung überfiel. Nein, es macht nichts, es ist sogar schön, wenn der Pfarrer den Altar ganz für sich allein hat. Aber es macht etwas, dass die katholische Kirche die Frauen grundsätzlich in eine Rolle zwängen will, die viele Frauen, nicht alle, nicht mehr ertragen. Warum darf mir jeder Pfarrer verbieten, in seiner Kirche zu taufen, auch wenn das die Eltern des Taufkindes möchten. Es ist das Aller-aller-schönste für mich, mit Eltern eine Taufe vorzubereiten und dann zu feiern. Mit Meien hat das nichts zu tun, es ist nur da wieder aufgebrochen, weil der Lektor nur die "lieben Brüder" angesprochen hat.
Nachts um vier Uhr dann eine unserer Katzen, die vor der Türe miaut und nach draussen will. Wo im Dorf hat es auch Licht? In erstaunlich vielen Häusern. Ich bin nicht die einzige, die unruhig schläft.
Ein bisschen lesen, ein bisschen schlafen, aufschrecken, weil da eine Stimme im Traum sagt: "Eucharistie muss sein!"
Nachts um vier Uhr dann eine unserer Katzen, die vor der Türe miaut und nach draussen will. Wo im Dorf hat es auch Licht? In erstaunlich vielen Häusern. Ich bin nicht die einzige, die unruhig schläft.
Ein bisschen lesen, ein bisschen schlafen, aufschrecken, weil da eine Stimme im Traum sagt: "Eucharistie muss sein!"
Dienstag, 1. November 2011
Allerheiligen, Allerseelen
Heute haben Ernst Spichtig, Priester, und ich dreimal einen Totengedächtnisgottesdienst gefeiert. Überall waren viele, viele Leute. Und überall war guter Gesang und gute Musik.
Aber überall habe ich Menschen gesehen, die belastet sind durch einen nahen Tod dieses Jahr oder vorher. Ich habe geredet über Tod und Weg, den man gehen muss - und habe diese Menschen gesehen - und es hat mir so leid getan. Und ich durfte nicht weinen. Jetzt habe ich genügend Wein getrunken, dass die Tränen gerade hinter den Augenlidern stehen. Und müde bin ich, als hätte ich Berge erklommen. Berge an Trauer. Berge, die andern gehören.
Aber überall habe ich Menschen gesehen, die belastet sind durch einen nahen Tod dieses Jahr oder vorher. Ich habe geredet über Tod und Weg, den man gehen muss - und habe diese Menschen gesehen - und es hat mir so leid getan. Und ich durfte nicht weinen. Jetzt habe ich genügend Wein getrunken, dass die Tränen gerade hinter den Augenlidern stehen. Und müde bin ich, als hätte ich Berge erklommen. Berge an Trauer. Berge, die andern gehören.
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