Freitag, 7. September 2012
Zmittst ( = in der Mitte)
Gestern Abend war Oberministranten-Sitzung. Weil das Pfarreilokal überraschend besetzt war, schlugen die Jugendlichen den Sportplatz des Schulhauses vor für die Sitzung. Aber "zmittst" wollten sie sitzen. Wortwörtlich. "Zmittst" hat es einen aufgemalten Kreis mit Mittelpunkt. Da setzten wir uns auf den roten Sportplatzbelag und besprachen unser Herbstlager ein Stück weiter. Es war gut, da zu sitzen, in der Mitte. In der Mitte von allem. Da sitzen und weiterkommen. Nur, als ich alte Frau wieder aufstand vom Boden, da wusste ich erneut: Es ist Zeit zu gehen. Es ist Zeit, die Ministrantenarbeit in jüngere Hände zu geben, in ganz junge, in die Hände dieser Jugendlichen auf dem roten Boden, die Sinn für die Mitte haben. - Ich musste meine Knochen langsam wieder in Stellung bringen, meine Gelenke ermuntern, ihren Dienst zu tun. Langsam aus der Mitte nicht treten, sondern humpeln.
Donnerstag, 6. September 2012
Home alone
Es ist kurz vor zwölf Uhr mittags. Ich habe einen Morgen lang im Papier gewühlt. Es gibt in meinem Büro/Zimmer etwa fünf grössere oder kleinere Papierstapel, die bearbeitet werden müssen oder dürfen. Einen davon nehme ich mir nach dem Mittagessen vor: Erntedankfest in Gurtnellen-Wiler. Ich tue das gern, bin aber ein wenig ängstlich, ob mir Schlaues einfällt. - Ich bin allein im Haus. Reto ist ins Betagtenheim arbeiten gegangen und Reinhard nach Bristen auf die Post. Ich habe also alle Ruhe der Welt, um mich meiner Arbeit zu widmen. Zuerst gibt es aber ein einsames Mittagessen an der Herbstsonne.
Mittwoch, 5. September 2012
Ja, ja! Die Aareschlucht!
Weiterbildung nennt sich das, wenn ein paar Katechetinnen aus dem Kanton Uri sich mit ein paar Katechetinnen aus dem Kanton Bern treffen und durch die Aareschlucht wandern. - Aufgabe: sich in der Schlucht den dunklen Gedanken widmen, die aufsteigen können. Mit dem eigenen Glauben dagegen halten. Was geschieht? - Ich musste den Psalm 23 beten, so weit ich ihn auswendig kann: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln, und wanderte ich im finsteren Tal, kein Unglück... Dein Stecken und Stab trösten mich. Du deckst mir den Tisch im Angesicht meiner Feinde... - Feinde? Meine? - Langes Gehen und Nachdenken. Ergebnis: Ich habe keine äusseren Feinde, so weit ich weiss. Die Ungeheuer lauern in mir selbst. Ich werde weiter darüber nachdenken. Auch darüber, wie ich die inneren Tatzelwürmer behandeln will...
In die Aareschlucht gehen, um etwas zu erleben, erfahren? - Ja, ja! - Weiterbildung in der Aareschlucht? - Unbedingt!
In die Aareschlucht gehen, um etwas zu erleben, erfahren? - Ja, ja! - Weiterbildung in der Aareschlucht? - Unbedingt!
Dienstag, 4. September 2012
Besuch in Intschi
Vor fünf Jahren habe ich noch nie von Intschi gehört. Hätte jemand das Wort gebraucht, ich hätte den Ort im fernen Osten vermutet. In-tschiii, Intschallah, Intschutschuna. Geheimnisvoll! Schön auch, aber völlig unbekannt! - Heute war ich dort. Intschi ist Ausgangspunkt fürs Arni, das schöne (Seelein). Intschi hat ein tolles (Garten-) restaurant. Intschi hat eine hübsche, gut gepflegte Kapelle. Intschi gibt es.
In Intschi wohnt der viermonatige Marcel in einem Vier-Generationen-Haus. Drei Generationen habe ich heute gesehen, mit ihnen am Kaffeetisch sitzen dürfen. Und Marcel wurde von Arm zu Arm gereicht; ich durfte ihn auch halten. Er ist ein neugieriger, aufgeweckter, "friiner" (lieber), hübscher kleiner Kerl. Wie kann das anders sein in diesem Haus! Da sind sogar die Hunde (gross, drei Stück) "friini", und die junge Katze ist überall und nirgends und geliebt, auch wenn sie sich heute im Risotto umgesehen hat.
In Intschi wohnt der viermonatige Marcel in einem Vier-Generationen-Haus. Drei Generationen habe ich heute gesehen, mit ihnen am Kaffeetisch sitzen dürfen. Und Marcel wurde von Arm zu Arm gereicht; ich durfte ihn auch halten. Er ist ein neugieriger, aufgeweckter, "friiner" (lieber), hübscher kleiner Kerl. Wie kann das anders sein in diesem Haus! Da sind sogar die Hunde (gross, drei Stück) "friini", und die junge Katze ist überall und nirgends und geliebt, auch wenn sie sich heute im Risotto umgesehen hat.
Montag, 3. September 2012
Peppina wird häuslich
Auch dies ein Herbstzeichen: Unsere Katzen sind wieder mehr zu Hause. Sie haben es auch nicht anders als wir Menschen. Im Sommer sind wir gern ewig draussen - den ganzen Tag, die halbe Nacht. Aber wenn es kälter wird, schliessen wir die Türen und besinnen uns auf uns selbst. Und suchen die Wärme im Haus. - So Peppina, unsere Kätzin. Schon hat sie wieder ein paar Nächte zu Hause verbracht. - Gestern Abend, als es Zeit war schlafen zu gehen, lag sie auf meinem Bett. Ich mochte sie nicht verjagen und nahm mit dem restlichen Platz an ihrer Seite vorlieb. Deckte mich mit Harrys- Cashmere-Decke zu. - Ja, ja, gohts no, ist doch nur eine Katze! Aber MEINE Katze, die wohl weiss, was mir gut tut: Ihre Nähe. Ihre Wärme. Ihr Schnurren. Ich habe SEHR gut geschlafen.
Sonntag, 2. September 2012
Kalte Füsse
Erstaunlich, dass wir im Freien Zmittag essen konnten: Härdöpfustock, eigene Bohnen, heute Morgen gepflückt, und den Rest vom "Coq au vin", der auch mit Zapfenwein wunderbar wurde. - Wir konnten draussen essen, aber ich habe kalte Füsse. Das Thermometer zeigt 13 Grad an. Nein, Sommer ist es nicht mehr. Den Zucker auf den Bergen übersehe ich einfach. Aber leider ist auch mein Herz nicht warm temperiert. Immer die Kirche und das Scheinheilige oder so tun, als wäre alles in Ordnung. Wir sind doch alle so lieb. Oder eben doch nicht? Was staut sich da in mir an, sodass ich fast platze, schwitze, "uliidig" bin, so sehr, dass ich heute Morgen die Fieber gemessen habe. Leider kommt das Krankheitsgefühl von anderswo.
Samstag, 1. September 2012
Noch nicht
Schon halb sechs Uhr abends, und ich habe die drei WCs im Haus noch nicht geputzt. Ich habe die Sichtmäppchen noch nicht gesichtet, die ich sichten wollte. Ich habe die Gottesdienste für das nächste Wochenende noch nicht angeschaut, Erntedank und Minilager nicht weiter bearbeitet. - Das alles habe ich nicht. Dafür habe ich am Morgen einen sehr schönen Besuch bei einer alten Dame gemacht, und wir haben Pläne zur Seniorenbildung ausgeheckt. Und ich war mit Ehemann Reto im Tal unten, um Tausenderlei einzukaufen, was man halt so braucht. Und ich habe den Schnee gesichtet auf den Bergen ringsum, ohne in den Winterblues zu verfallen. Darauf bin ich stolz. Den Rest besorge ich morgen.
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