Freitag, 8. März 2013

Ausgelüftet

Nein, ich hätte keine Zeit zum Bloggen. Aber drei Minuten nehme ich mir. - Ich habe meinen Kopf ausgelüftet und den Frühling im Unterland gefunden, Garten für Garten. Und heute blühen die zarten Bergschneeglöcklein auch in unserem Pfarrgarten. Die Tulpen  strecken keck die Spitzen aus der Erde. Kann sein, dass wir noch einmal ein Tulpenfest machen dürfen. Kann sein. Vieles kann sein.

Donnerstag, 7. März 2013

Wespennest im Kopf

Nein, Wespen habe ich im Oberland noch keine gesehen, Biene nur eine tote im Schnee. Aber in meinem Kopf geht es zu wie in einem Wespennest. Heute gilt es, nicht darin herum zu "gufere", sondern zu beruhigen. Welches Tüechlizügs kommt nun nach Flüelen? Einkauf für Besuch morgen Abend, für Kindertag am Sonntag. Was mache ich mit den 18 Kindern, die sich angemeldet haben? Vorher kommen noch die Oberminis zur zweitletzten Sitzung. Wichtig, wichtig, wichtig. Zeitungsrückstände vor Augen. TV-Bilder in den Ohren. Oder umgekehrt. Oder noch anders? Nicht extra gemacht. Ich gehe beruhigen...

Mittwoch, 6. März 2013

Goldbesteck

Am Montag war ich an einen Esstisch geladen, auf dem goldenes Besteck die Teller umrahmte: eine goldene Gabel, ein goldenes Messer und ein goldenes Löffelchen, um das Apfelmus zu den wunderbar crèmigen Älplermagronen zu essen. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass "es" wirklich Gold ist. Manchmal ist es also Gold, was glänzt.

Sowieso - an diesem Tag hatte nicht nur die Morgenstund Gold im Mund, sondern der Nachmittag erst recht, und der Abend glänzte golden nach. Das ist ganz wichtig in Zeiten, wo manchmal alles Grau in Grau zu sein scheint. Es ist sowieso wichtig, das Gold zu suchen und zu finden.

Worte wie diese sind für mich so ein Fund:

"Wie ein Hauch von Goldstaub über bitteren Stunden..." (Ch. Faschon)

Dienstag, 5. März 2013

Schreiben

Reto und ich räumen ja täglich in unserer Wohnung herum. Gerade bringt mein Ehemann die zwei schwersten von fünf Kehrichtsäcken zum Sammelplatz. Die restlichen drei nehmen wir dann mit, wenn wir sowieso ins Dorf gehen.

Beim Räumen begegnet man Gegenwart und Vergangenheit und hofft auf die Zukunft. - Gestern Abend bin ich einem Satz von Erich Fried wieder begegnet:

"Leben ist lieben, und schreiben ist lauter als schreien."

Mein Leserinbrief in Sachen Bischof Huonder macht die Runde und soll da und dort auch noch erscheinen. Mir ist es recht. Er ist mein Schrei in dieser Sache. Aber traurig bin ich allemal. Ich hoffe immer noch, richtig wütend zu werden. Wut tut besser als Trauer.

Sonntag, 3. März 2013

Wann gibt es Poulet?

Ja, ja, ja, wir waren auf der Göscheneralp, und ich habe gejuchzt und gesungen auf dem Anhänger des Skibobs. Juppiiiiih! - Um 13 Uhr waren wir zurück und haben auf dem Sitzplätzchen gepicknickt. Peperoni-Suppe mit Rahm, Käse, Brot. Auf den Käse mit dem Wenig-Aroma haben wir Stefans Wallis-Gewürz gestreut, das sowieso an vielen Orten drauf kommt, weil es so gut schmeckt. - Apropos gut schmecken - wann gibt es Poulet??? Ich freue mich seit gestern darauf, seit ich weiss, dass Reto heute "sein" Poulet brät, natürlich mit Pommes. Mmmmmmh! Es ist 16.45 Uhr. Ich werde noch etwas warten müssen.

Zum Warten diese Kleinstgeschichte: In Peru hat eine Frau die Messe gefeiert mit allem. Einer hat sie gefragt, warum sie das tue. Sie: "Der Papst ist weit, und ich habe die Bibel."

Samstag, 2. März 2013

Achtundfünfzig

Achtundfünfzig Menschen waren heute an der Krankensalbung im Betagtenheim in Wassen. Ich habe Pfr. Kari Muoser assistiert. Das heisst, das Schälchen mit Salböl gehalten. Die Lesung und die Fürbitten gelesen. Die Kommunion verteilt in seinem Auftrag. - Das habe ich alles gern so gemacht, kein Problem mit der Stellung als Assistentin. Weil ich weiss, dass der Pfarrer noch so gern hätte, dass wir Theologinnen auch Sakramrente spenden dürften.

Übrigens scheint die Sonne im Oberland, und morgen darf ich auf die Göscheneralp. Ich werde juchzen auf dem Schneetöff!!!

Freitag, 1. März 2013

Gesucht: Schuss Humor

Heute Morgen habe ich eine humorvolle Beschreibung unter dem Titel "Dörfs es bitzeli meh sii" gelesen. Da wurde an den Wurstzipfel vom Metzger erinnert, den Kinder bekamen, derweil die Mutter "es bitzeli meh" Fleisch abgewogen bekam. Und an die "Selbstverpflegung" im Keller oder in der Rauchkammer, wenn Kinder so unsäglich "Gluscht" hatten nach Feinem, das Mutter nicht gewähren wollte.

In mir stiegen Bilder der eigenen Erinnerung auf, und ich wurde eingehüllt in Wohlgeruch und Wohlgefühl. "Smile" im Gesicht.

Jetzt suche ich zwingend und dringend den Schuss Humor, der mir abhanden gekommen ist.