Montag, 8. April 2013

Und wieder...

Und wieder waren wir in Winterthur. Wir gehen und wir kommen, und wir gehen und wir kommen - bis wir bleiben. - Heute sind die zwei Sofas gekommen, die wir in Altdorf bei Möbel Bär bestellt haben. Rot. "Peppig." hat Herr Bär Junior gesagt. - Uns gefallen die Dinger wirklich. Nur! In der Puppenstubenstube hat schon fast nichts mehr Platz vor, hinter und neben ihnen. Dabei haben wir doch noch unseren grossen Familientisch. Wenn er dann für die ganze Familie verlängert ist, müssen die einen im Gang, die andern auf dem Sitzplatz essen. Macht nichts, Hauptsache, alle kommen!

Heute durften wir bei Judith die Füsse unter den Tisch strecken; sie hat für uns wunderbar gekocht. Danke!

Sonntag, 7. April 2013

Mir ist Sonne versprochen

Letzte Chance für die vom Wetterbericht versprochene Sonne für heute Abend: Gleich fahren Reto und ich ins Meiental zu einem letzten Gottesdienst an diesem Wochenende, dem vierten. Dazwischen gut essen, viel feinen Wein trinken bei Sepp und Vreni in Altdorf. Neue Wohnung gesegnet. Wir müssen los...

Samstag, 6. April 2013

Der kleine Niklas ist getauft

Letzten Samstag eine Trauung, heute eine Taufe - letzte wichtige Feiern für den Seelsorgeraum Urner Oberland. - Es war berührend, wie die ganze Taufgesellschaft, jede und jeder, den kleinen Niklas nach dem Taufakt in Ruhe und Achtsamkeit gesegnet hat. Nur ich habe den kleinen Buben erschreckt: Ich habe ihm den dritten Guss Wasser direkt in die (geschlossenen) Äuglein geleert. Da ist er aber erwacht. Unterdessen war ich am Salben mit Chrisam: Zum König, dass er lernt, sein Leben selbst zu regieren; zum Priester, dass er eine eigene Beziehung zu Gott findet; zum Propheten, dass er seine Stimme in der Welt und für die Welt erhebt. - Er hat seine Stimme erhoben, laut und deutlich!

Freitag, 5. April 2013

Oh, oh, oh...

Oh, oh, oh, nur noch drei Wochen bis zum Umzug! - Wir wollten doch noch alles aufessen, was im Keller und in der Küche vorrätig ist. Aber die vielen Osterhasen über dem Fernseher erleben vielleicht noch Pfingsten oder Erntedank!? Und so viele Spaghettis und Nudeln wie im Keller liegen, können wir in drei Wochen nicht vertilgen, ohne dass sie uns aus den Ohren "lampen".

Oh, oh, oh, nur noch drei Wochen bis zum Umzug! - Wir wollten doch noch ein paar Leute ein weiteres Mal besuchen. Aber die mir wichtigste Person ist gerade für Wochen zur Erholung gefahren. - Erholung bräuchte ich auch. Wäre ich doch mitgefahren. Und dann, wenn alles vorbei ist, zurückgekommen mit der coolen Bemerkung: "Oh, ihr habt schon alles geschafft?"

Oh, oh, oh, nur noch drei Wochen bis zum Umzug! - Wir wollten doch unsere Sachen auf ein bescheidenes Mass reduzieren. Aber ich hänge noch an so vielem. Brauche Zeit, um mich zu trennen. - Dann trenne ich mich eben nicht. Müssen halt die starken Zügelmannen von Fabian ein bisschen mehr schleppen. Kann ich etwas dafür, dass die Zeit plötzlich und erstmals so davonrennt?!!

Mittwoch, 3. April 2013

Zahlenspielerei

Noch 32 Tage hier im Urner Oberland. 32 war meine Schülerinnennummer bei Lehrer Paul Rüegger. Von 1 - 41 mussten wir jeweils laut und deutlich der Reihe nach unsere Note zum Eintragen ins Notenheft bekanntgeben. Als ich 3,5 im Rechnen hatte, muste ich fast weinen. - "Lauter!" befiehlt Herr Rüegger.

Die Quersumme von 32 ergibt 5. - 5 Menschen waren heute im Werktagsgottesdienst in Göschenen. 3 von ihnen kamen am Schluss in die Sakristei und bedankten sich für den Gottesdienst.

Am 5. Mai werden wir im Rahmen des Pfarreienfestes verabschiedet. Gut 5 mal 100 Tonijoghurt hat Reto gegessen, um Kerzengläsli für ein wunderschönes Weihnachtsfest zu sammeln. Heute haben wir zu hören bekommen, dass man das ja wohl nicht mehr macht. Wozu auch??!

32 war meine Schülerinnennummer. 5 ist meine Herzenszahl. Jedenfalls heute. Weihnachten ist eine andere Nummer.

Dienstag, 2. April 2013

Zum ersten Mal

Schön, dass es immer wieder ein erstes Mal gibt - auch im Pensionsalter noch! - Heute kam ausser der Sakristanin zum ersten Mal niemand zum Werktagsgottesdienst im Wiler. Wir hätten uns fragen können: Warum nur, warum? - Das haben wir nicht getan; wir haben gelacht und sind wieder nach Hause gegangen. - Ich nehme es heute als Zeichen, dass ich zum ersten Mal dem Gefühl des Pensioniert-Seins" nachgeben darf, nachspüren darf. Hey, hey, es kommt eine neue Zeit. Zum ersten Mal im Leben überhaupt werde ich über längere Zeit meine Tage und Nächte einteilen dürfen, wie es mir gefällt. Und meinem Ehemann. Und den neuen Nachbarn. Und wem noch?

Wirklich! Ist man nicht vor allem fremd bestimmt von der Geburt bis zur Pensionierung? - Lange Jahre muss man gehorchen in Schule und Elternhaus. Nachher muss man sein Leben verdienen. - Aber jetzt ist genug: Ich muss nicht mehr; ich darf.

PS. Schlimm war es ja all die Jahre auch nicht. Trotzdem!

Montag, 1. April 2013

Pensioniert

Seit Mitternacht bin ich pensioniert. Dass ich heute im Betagtenheim Gottesdienst halte, morgen im Wiler, übermorgen in Göschenen, überübermorgen in Gurtnellen-Dorf, dass ich am Samstag einen kleinen Niklas taufe, dass ich Samstag und Sonntag ausserdem drei Gottesdienste habe - das alles ist Goodwill, Dreingabe, aber gegen Bezahlung.

Ich spüre nichts, wenn ich daran denke, dass ich pensioniert bin. Aber ich spüre Unruhe, wenn ich an die bevorstehende "Züglete" denke. Tagtäglich MUSS geräumt werden, eingepackt, zusammengebunden. Nacht für Nacht Entschlüsse fällig, worauf ich auch noch verzichten kann.

Gestern hat Reto meine Predigten von fünf Jahren Urner Oberland zu drei Bündelchen Altpapier gemacht. Heute werde ich "zig" Ordner von sechs Jahren Studium reduzieren auf ein allerwichtigstes Mass "Bhaltis".

Es wird sich zeigen, was man braucht, was man vermisst, was auch noch zu entbehren wäre. Es wird sich zeigen, was wichtig ist im Leben und für das Leben.