Dienstag, 11. Juni 2013
Jetzt ist sie da!
Seit heute Morgen darf ich meinen Ehemann ungestraft "alter Grossvater" nennen. Wir sind es - Grosseltern, seit heute Morgen um 6.15 Uhr. Ein neues Kapitel unseres Lebens beginnt. Ein Grosskind ist uns geboren. Ich fasse es nicht, ehe ich sie gesehen habe, die kleine neugeborene Person.
Montag, 10. Juni 2013
Reto und ich gehören zur 20%-Minderheit
Meine Mutter hatte Jahrgang 1922. Sie hat mir einmal sehr eindrücklich erzählt, wie ihre Heimatgemeinde im Kanton Aargau arme Bürger mit etwas Geld versehen und sie nach Amerika in das "Gelobte Land" verschickt hat. Sozialproblem gelöst. Aus den Augen aus dem Sinn. Die Leute bekamen nur so viel Geld, dass sie keinesfalls zurückkehren konnten. Brutal.
Die Verfeinerung dieser Methode besteht darin, dass wir arme Menschen, die zu uns kommen wollen, gar nicht in Auge und Sinn kommen lassen. Gestern haben 80% von uns beschlossen, dass Männer, die in irgend einem Unrechtsregime den Militärdienst verweigern, kein Recht auf Asyl bei uns haben. Sollen sie doch im Namen eines Diktators auf andere schiessen oder selbst draufgehen. Was geht es uns an! Und bedrängte Menschen irgendwo auf der Welt sollen keinen Asylantrag auf der Schweizer Botschaft in ihrem Land stellen dürfen. Sollen sie sehen, wo sie bleiben. Nur nicht uns unter die Augen kommen.
Es sind zuviele; wir können nicht allen helfen. - So heisst das Hauptargument. Wir beginnen aber gar nicht wirklich mit dem Helfen. Wir wollen möglichst keine, schon gar nicht Wirtschaftsflüchtlinge. - Vor welcher Wirtschaft flüchten die denn? Flüchten sie nicht eher, weil es da gar nichts gibt für sie und ihre Sippe? Sie wollen sich nicht bereichern an uns, sondern das Leben haben. Waren die armen Menschen von Brittnau damals in Amerika Wirtschaftsflüchtlinge? Wie hat Amerika zu unseren armen Vorfahren geschaut? Immerhin, zurückgeschickt wurden sie nicht.
Die Verfeinerung dieser Methode besteht darin, dass wir arme Menschen, die zu uns kommen wollen, gar nicht in Auge und Sinn kommen lassen. Gestern haben 80% von uns beschlossen, dass Männer, die in irgend einem Unrechtsregime den Militärdienst verweigern, kein Recht auf Asyl bei uns haben. Sollen sie doch im Namen eines Diktators auf andere schiessen oder selbst draufgehen. Was geht es uns an! Und bedrängte Menschen irgendwo auf der Welt sollen keinen Asylantrag auf der Schweizer Botschaft in ihrem Land stellen dürfen. Sollen sie sehen, wo sie bleiben. Nur nicht uns unter die Augen kommen.
Es sind zuviele; wir können nicht allen helfen. - So heisst das Hauptargument. Wir beginnen aber gar nicht wirklich mit dem Helfen. Wir wollen möglichst keine, schon gar nicht Wirtschaftsflüchtlinge. - Vor welcher Wirtschaft flüchten die denn? Flüchten sie nicht eher, weil es da gar nichts gibt für sie und ihre Sippe? Sie wollen sich nicht bereichern an uns, sondern das Leben haben. Waren die armen Menschen von Brittnau damals in Amerika Wirtschaftsflüchtlinge? Wie hat Amerika zu unseren armen Vorfahren geschaut? Immerhin, zurückgeschickt wurden sie nicht.
Sonntag, 9. Juni 2013
Schuld ist der Espresso
Sicher, sicher, ich weiss, was mir blüht, wenn ich abends um zehn Uhr noch Kaffee trinke! Aber es wiegt nicht immer gleich schwer, wirkt sich nicht immer gleich stark aus. Nur - ein Espresso nachts um zehn Uhr und dazu assortiert das ganze Leben - das vergangene, das gegenwärtige und das mögliche zukünftige - da kann die nervenstärkste Frau nicht mehr schlafen!
Versäumtes, "Vergeigtes", Gelungenes.
Geliebtes, Fragmentiertes, Anfängliches.
Erhofftes, Erträumtes, Gefürchtetes.
Mein Gott, zuviel für eine Nacht! Zuviel für morgen, für die nächsten Tage. - Ich schreibe morgens um halb fünf Uhr mal eine Liste der "to do's" (= was zu tun ist). Listen sind mein halbes Leben. Zum Glück gibt es noch eine andere Hälfte.
Versäumtes, "Vergeigtes", Gelungenes.
Geliebtes, Fragmentiertes, Anfängliches.
Erhofftes, Erträumtes, Gefürchtetes.
Mein Gott, zuviel für eine Nacht! Zuviel für morgen, für die nächsten Tage. - Ich schreibe morgens um halb fünf Uhr mal eine Liste der "to do's" (= was zu tun ist). Listen sind mein halbes Leben. Zum Glück gibt es noch eine andere Hälfte.
Samstag, 8. Juni 2013
Die nächsten Wochen sind durchgeplant
Mir fällt auf, dass Reto täglich viel arbeitet. Wo er doch pensioniert ist (habe ich das schon mal erwähnt??). Und wo wir doch einigermassen eingerichtet sind. Nur die Liste der Geburtstage haben wir noch nicht gefunden. Liebe Leute, soll uns niemand übelnehmen, wenn wir nicht an Geburtstage denken. Wir können (fast) nichts dafür. Und das eine oder andere Buch fehlt mir. Entweder es steht am falschen Ort, oder es ist doch noch in einer Zügelkiste, oder ich habe es entsorgt und werde es ewig vermissen. - Beim Kleiderschrank ist es umgekehrt. Er ist übervoll. Wo waren vorher all die Kleider? Wie verbraucht man Kleider in nützlicher Frist? Oder bin ich noch mal froh um all das, weil ich ja die Zweitwohnung im Kanton Uri möglichst lange (=immer!) behalten will, während Reto immer sagt: So lange es geht. Da müssen mir die Kleider also lange gehen, dass ich keine neuen brauche, und Bücher hole ich in der Bibliothek, dass die Wohnung bleibt, und ich bin bereit, einmal oder zweimal pro Woche mehr als vorher auf Wein zu verzichten. (Vorher habe ich nicht verzichtet.)
Aber ich wollte sagen, dass Reto so erstaunlich viel arbeitet. Mein Verdacht ist einfach, dass er seine Pensionierung noch nicht ins Bewusstsein geholt hat. Darum sind auch unsere Agenden in den nächsten Wochen so voll. Durchgeplant wie zuvor. Ist das gut oder schlecht?
Aber ich wollte sagen, dass Reto so erstaunlich viel arbeitet. Mein Verdacht ist einfach, dass er seine Pensionierung noch nicht ins Bewusstsein geholt hat. Darum sind auch unsere Agenden in den nächsten Wochen so voll. Durchgeplant wie zuvor. Ist das gut oder schlecht?
Donnerstag, 6. Juni 2013
Morgenstund hat Gold im Mund
Es ist zehn Minuten vor sieben Uhr morgens, und ich bin schon seit fast zwei Stunden auf den Beinen. Beine in Ordnung, aber Schmerzfuss hat mich nicht mehr schlafen lassen. Jetzt ist er längst Kamillosan-gebadet und neu eingesalbt und fühlt sich wohl, wenn ich mich still halte. Dabei möchte ich über alle Berge - oder eher durch alle Täler. Jedenfalls auf und davon. Nicht weit. Nur in die Umgebung. Sehen, wie es Sommer wird.
Zu Hause bleiben müssen hat auch was für sich. Gedanken sortieren. Mich ganz toll freuen, dass Freundin Helena Zwillingsbuben bekommen hat. Alles Glück des Himmels und der Erde für die vier! Ist ja verrückt: Am Mittwochmorgen waren es noch zwei, nun sind es vier, die ganz eng zusammen gehören! Müssen sie sich kennen lernen. Eltern und Kinder. Eltern in der neuen Rolle. Spannend.
Gestern war Tochter Judith bei uns zum "Käfele". Mit sooo dickem Babybauch! Wir warten. Und wir freuen uns riesig darauf, Grosseltern zu werden. Dieser Tage...
Zu Hause bleiben müssen hat auch was für sich. Gedanken sortieren. Mich ganz toll freuen, dass Freundin Helena Zwillingsbuben bekommen hat. Alles Glück des Himmels und der Erde für die vier! Ist ja verrückt: Am Mittwochmorgen waren es noch zwei, nun sind es vier, die ganz eng zusammen gehören! Müssen sie sich kennen lernen. Eltern und Kinder. Eltern in der neuen Rolle. Spannend.
Gestern war Tochter Judith bei uns zum "Käfele". Mit sooo dickem Babybauch! Wir warten. Und wir freuen uns riesig darauf, Grosseltern zu werden. Dieser Tage...
Der Sommer ist da, trara!
Und jetzt ist er also da, der Sommer. Den Frühling haben wir ausgelassen, aber mit viel Hoffnung gehen wir in die warmen Tage hinein. - Gehen? - Ich hüpfe eher oder gehe an einer blauen Krücke. Gestern Abend habe ich wieder einmal meine kleine Zehe links verstaucht oder gezerrt oder was weiss ich. Das ist schon so oft geschehen, dass ich schon beim Anstossen an einem Gegenstand, der gestern noch nicht dort stand oder lag, weiss, was mich erwartet: Eine schmerzhafte Nacht, zwei, drei oder mehr Tage hüpfen. Ausserdem habe ich leichtes Fieber und einen dummen Kopf. Und all das, wo genau jetzt der Sommer gekommen ist. Keine Lust auf Grillfleisch, nicht draussen an der Sonne sitzen. Lieber liegen und mich ein bisschen, aber wirklich nur ein bisschen bedauern. Morgen bin ich wieder gesund, und der Sommer ist immer noch da.
Mittwoch, 5. Juni 2013
Drei Tage Wolkenbruch - drei Tage Aufhellungen
Jedes Jahr seit so langer Zeit, dass wir nicht mehr wissen, wie lange schon, verbringen wir einmal im Jahr ein paar Wandertage mit unserem langjährigen Pfarrerfreund in der Kaplanei Ob-Häg über dem Sattel SZ. Diesmal sechs Tage. So lange waren wir noch nie, aber wir sind ja nun pensioniert.
Drei Tage lang hat es fast unaufhörlich "gepisst", die folgenden drei Tage wurden immer Wetter-schöner.
Was macht man, wenn es dauerregnet? - Lesen, sticken, Briefe schreiben, Karten verfassen, kochen, essen, trinken, zusammensitzen und plaudern, Zopf backen, so lange kneten, wie noch nie, Zopf essen, so gut, wie noch nie, Sudokus lösen, bei Kreuzworträtseln assistieren oder mich aufdrängen, frieren, so sehr frieren, dass man sich fürchtet, unter die eiskalte Decke zu schlüpfen, Bettflasche mit heissem Wasser füllen, weniger Angst vor dem Zu-Bett-Gehen, noch ein Glas trinken vor dem Schlafengehen...
Was macht man, wenn das Wetter schöner und schön ist? - Wandern, wandern, wandern...
Nein, eintönig ist auch das Wandern nicht, nur liebt die Schreiberin irgendwie auch die Regentage. Natürlich nur so lange, bis der Sommer kommt.
Was macht man im Sommer?
Drei Tage lang hat es fast unaufhörlich "gepisst", die folgenden drei Tage wurden immer Wetter-schöner.
Was macht man, wenn es dauerregnet? - Lesen, sticken, Briefe schreiben, Karten verfassen, kochen, essen, trinken, zusammensitzen und plaudern, Zopf backen, so lange kneten, wie noch nie, Zopf essen, so gut, wie noch nie, Sudokus lösen, bei Kreuzworträtseln assistieren oder mich aufdrängen, frieren, so sehr frieren, dass man sich fürchtet, unter die eiskalte Decke zu schlüpfen, Bettflasche mit heissem Wasser füllen, weniger Angst vor dem Zu-Bett-Gehen, noch ein Glas trinken vor dem Schlafengehen...
Was macht man, wenn das Wetter schöner und schön ist? - Wandern, wandern, wandern...
Nein, eintönig ist auch das Wandern nicht, nur liebt die Schreiberin irgendwie auch die Regentage. Natürlich nur so lange, bis der Sommer kommt.
Was macht man im Sommer?
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