Mittwoch, 7. Februar 2018
Rechnungsprobleme
Zeichne fünf Orangen oder andere Früchte, die du gern isst. Dann kommt das Minuszeichen, dahinter zwei Orangen. Deine Rechnung lautet 5 - 2 = ..! Okay. Bubizeug. Aber unsere Enkelin, die schon rechnen WILL, kommt nicht damit zurecht, dass da insgesamt 7 Orangen gezeichnet sind, und zwei davon soll sie essen. Sozusagen. Natürlich von den fünfen am Anfang. Aber warum ergibt das 3, wenn man doch 7 Orangen SIEHT? Zu Beginn. Es können doch zwei davon nicht einfach unbeachtet bleiben oder nicht gemeint sein oder was auch immer. Die Verwirrnis ist gross - bei Enkelin und Grossmutter. Wir essen zu dritt eine Mango. Die ist dann einfach weg.
Dienstag, 6. Februar 2018
Sommerferien gebucht
Grau ist es in Winterthur, aber wir schwelgen in Vorfreude. Wir haben unsere Ferienwohnung für die Sommerferien gebucht. Sie ist so schön, dass das Wetter keine oder fast keine Rolle spielen wird. Und sie ist so teuer, dass wir eigentlich alle Ferienstunden indoor verbringen müssten. Soll es sein; wir gehen dafür nur für eine Woche. - Vorher aber kommen hoffentlich noch viele schöne, spannende, gute Tage hier. Jedenfalls ist jeder Tag ein guter Tag, den wir mit unserer Enkelin verbringen. Was erleben wir heute Nachmittag mit ihr? "Müssen" wir Hündli sein?
Montag, 5. Februar 2018
Gemütsruhe
Ich habe gelesen, dass man im Alter verträglicher wird. Das Stereotyp vom/von der "nörgelnden Alten" sei eine Mär. - Ich beobachte an mir selber, dass ich meistens nicht mehr so hitzig diskutiere wie früher. Das ist einerseits angenehm - für mich und meine Nächsten - aber es kann andererseits auch heissen, dass ich mich für nichts mehr entflamme?? - Dass das Leben plätschert wie ein müder Bach? Dass da nichts mehr erregend ist? - So kommt es mir manchmal vor, und dann erschrecke ich. - "Gemütsruhe" sei, nach Seneca, ein harmonisches Befinden der Seele, die in bestem Einvernehmen mit sich stehe und ihre Freude an sich selbst habe und diese Freude nicht unterbreche. - Zum Glück sind da immer wieder Föhntage, die mich unruhig machen. Da kribbelt es, und ich suche geradezu die Unruhe. - Heute!
Sonntag, 4. Februar 2018
Schöne Sonne!
Das Siedfleisch simmert vor sich hin. Bald, bald gibt es feines Essen. - Vorher sind wir aber eine Stunde laufen gegangen. Das Hegifeld ohne bissigen Wind wie vor einer Woche. Deshalb wohl waren auch viel mehr Leute unterwegs - mit Hund und ohne Hund oder mit drei Hunden. Auch der Kleinste gehorchte. Viele Leute erziehen ihre Schosshündchen kaum. Das kann ins Auge gehen. Wir erinnern uns an Göttis Zwerg - Rauhaar - Dackeldame Desca, die mit antiautoritärer Erziehung zur hässigen, bissigen Hündin wurde. - Aber heute alles im sonnigen Bereich! Ich mag mich trotzdem nicht wie eine Dame unterwegs mit einem Buch an die Sonne setzen. Das denn doch noch nicht!
Samstag, 3. Februar 2018
Frischer Wind ins Hirn
Wir schauen oft oder fast täglich SRF. Am Freitag gern "Die Auswanderer". - Was fasziniert uns dermassen an der Sendung, wo wir doch ganz bestimmt nicht auswandern wollen? - Die Auswanderer wagen einen Neuanfang irgendwo auf der Welt. - Nein, nicht irgendwo, sondern genau dort, wo sie denken, dass sie hingehören. Dort, wo sie sein wollen. Viel lieber als in der Schweiz. Sie realisieren ihren Traum oder versuchen es zumindest. - Wir können uns das für uns nicht vorstellen. Wüssten auch nicht einmal, wohin es uns ziehen könnte.
"Es ist erstaunlich, wie oft man sich in seinem eigenen Denken nur in einem Raum von Selbstverständlichkeiten bewegt."
"Es ist erstaunlich, wie oft man sich in seinem eigenen Denken nur in einem Raum von Selbstverständlichkeiten bewegt."
Dieser Satz stand heute Morgen im "Tagimagi" und hat mich vielfach und vielfältig getroffen. Es geht nicht nur um ein undenkbares Auswandern sondern um weit mehr Undenkbares.
Freitag, 2. Februar 2018
Heute Morgen im Coop
Heute Morgen im Coop. Unser Einkaufswagen ist schon recht voll. Reto schleppt gerade zehn Kilo Weissmehl zu Sonderkonditionen an. Da legt eine fremde Frau ihre Kägifrettli in unseren Wagen. Ich stelle mich zu ihr, und sie erkennt gleich ihren Irrtum. Entschuldigt sich, und ich verzeihe ihr. - Sie geht weiter ihren Einkäufen nach, wie den unseren. - Es trifft sich, dass sie an der Kasse gleich hinter uns zu stehen kommt. Als ich Retos Sonntagszopf ins Einkaufswägeli packe, schaut sie mir über die Schultern und sagt:" Da kauft die Familie so viel Mehl und backt den Zopf nicht selber!" - Wir lachen zusammen. Ich erzähle ihr, dass ich gern backe, aber mein Mann den Coop-Zopf lieber mag als meinen selbst gebackenen. Dafür boykottiere ich dieses Schlabberzeug und esse lieber ein schmackhafteres Brot. Spielchen müssen sein in einer langen Ehe. - Ich würde diese grenzwertig offene Frau gern wieder sehen.
Donnerstag, 1. Februar 2018
"Sonnenflecken, Schattenflecken"
Ich war in der Stadtbibliothek. Das ist einmal im Monat ein Gang, der mich glücklich macht. - Ich bringe drei Bücher und hole drei Bücher. Meine Wahl geschieht immer ganz intuitiv oder sagen wir ehrlicher - zufällig. - Ich streiche den Gestellen im ersten Stock entlang und greife da ein Buch heraus und dort eines. Mal spricht mich der Einband an, mal habe ich von der Autorin schon etwas gelesen und lese gern weiter. Mal sind es Wörter wie heute. "Sonnenflecken, Schattenflecken" von Philippe Jaccottet. Er ist über neunzig Jahre alt. Ein Vaudois, aber lebt in der Provence. - Ich habe mich eingelesen - und verstehe nicht wirklich, was er schreibt, meint. Macht nichts. Schön ist es.
"Ich möchte nichts anderes sein als ein Mensch, der seinen Garten giesst und, auf diese einfachen Arbeiten bedacht, diese Welt in sich eindringen lässt, die er nicht lange bewohnen wird. Das Brot der Luft."
"Ich möchte nichts anderes sein als ein Mensch, der seinen Garten giesst und, auf diese einfachen Arbeiten bedacht, diese Welt in sich eindringen lässt, die er nicht lange bewohnen wird. Das Brot der Luft."
He? - "Das Brot der Luft"??? - Verstehe ich nicht. - Müsste ich? - Vor Jahren ist mir der Satz von Silja Walter eingefahren: "Ich habe den Himmel gegessen.". - Wie sie das gesagt hat! Ich habe sie selbst gehört an den Literaturtagen in Solothurn. Wo auch unser Freund Hans Ellenberger war, der damals noch lebte. An der Aare sind wir dann gesessen bei einem Glas Weisswein mit ein paar obdachlosen Männern. - "Das Brot der Luft" hat mich weitergeführt, Bilder entstehen lassen, Appetit geweckt...
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