Montag, 7. Januar 2019
Wir räumen Weihnachten ab
Unser Hütekind und Reto haben den Weihnachtsbaum entblösst. Nun steht er ohne allen Schmuck da, und morgen holen ihn die "GhüderManne" (Kehrichtleute). - Ein bisschen Wehmut oder froh, dass der Alltag wieder einkehrt, der oft einfacher zu leben ist als die Festivitäten, die zu nah beisammen sind? - Ein bisschen Wehmut, weil mir scheint, wir haben die Weihnachtszeit zu wenig ausgekostet! Wir haben eine einzige Geschichte aus allen meinen Weihnachtsbüchern erzählt. Wir haben die roten Kerzen am Baum nur einmal angezündet. Wir haben nur einmal Weihnachtslieder gesungen. Wir haben das Weihnachtsoratorium nicht andächtig angehört. Zweimal haben Reto und ich "geflötelt". - Jetzt ist es zu spät. Es lebe Weihnachten 2019!!!
Sonntag, 6. Januar 2019
Pragmatisch
Gestern Abend haben sich fünf Frauen in Luzern getroffen. In einem alten Mehrfamilienhaus im obersten Stock ohne Lift. Abgelatschte Treppenstufen jahrhundertealt. In meinem Alter muss man beim Hochsteigen einen Zwischenhalt einlegen. Aber dann sind wir oben und sitzen am langen Holztisch unter der Dachschräge. Die Wohnung meiner Studienfreundin hat ja auch noch zwei Etagen. Noch eine schmale, steile Treppe. Es seien bis jetzt nur Erwachsene abgestürzt. Aber ich schaffe es. Sitze dann und "rode" mich nicht weiter. Höre zu, rede mit. Wie immer vom eigenen Leben. Es besteht bei allen aus Familie und bei allen ausser mir aus beruflichen Umständen. - Wir haben uns lange nicht gesehen. Und doch erkenne ich uns wieder. Die Schwierigkeiten in den Beziehungen oder auch nicht. Das Mühsame mit den Kindern, aber auch das Erfreuliche. Erfüllung im Beruf? - Weiss nicht. Hat keine geäussert. - Eine schreibt erneut an ihrer Doktorarbeit, aber gerade geht es nicht. Eine hat gekündigt, weiss noch nicht weiter. - Und wie haben wir alle Weihnachten verbracht? Waren wir in einem Gottesdienst oder auch nicht? - Um 21 Uhr gehe ich als erste. Ich habe den weitesten Heimweg. - Die Gemüsesuppe mit Ingwer und Sourcream war sehr fein, der Rotwein auch. Ich staune darüber, dass wir alle fünf das Gegebene nehmen und damit leben, so gut es geht. Pragmatisch sagt man dem wohl.
Samstag, 5. Januar 2019
Brot von vorvorvorgestern
Unser Sohn Stefan verkauft in Bern Brot und anderes in der "Äss-Bar". Alles ist "frisch von gestern". - Er hat uns an Silvester ein Maggiabrot mitgebracht. Ich liebe es! - Aber ich hatte rein gar keinen Platz mehr im Tiefkühlfach, also assen wir am Brot tagelang. Und oh Wunder, es war bis zuletzt wunderbar knusprig. Einfach maggiabrotig fein! - Nur wurde es immer härter zum Schneiden. Das Ergebnis ist nicht tragisch, aber ich weiss nun wieder, dass Schneiden weh tut. Die Heilung schreitet voran. Schnell "es Föteli".
Freitag, 4. Januar 2019
Eine alte Freundin
Ich war heute in Zürich. Am Bahnhof haben wir uns getroffen, wir alten Freundinnen. Wobei sie nicht alt ist, nämlich 13 Jahre jünger als ich. Aber ich bin alt, und unsere Freundschaft stammt aus alten Zeiten. Da waren wir beide nicht alt, und lustigerweise meinte meine alte Freundin damals, dass wir beide etwa gleich alt seien. Unterdessen habe ich sie überholt. Sie sieht jetzt, dass ich alt bin und bietet mir den Arm an, um mich ins Restaurant "Schlauch" im Niederdorf zu führen, wo wir in alten Zeiten nie waren. Aber damals hat sie mir beigebracht, wie guter Espresso schmeckt und wo man ihn bekommt. Und heute haben wir von damals geredet, aber auch von jetzt - und sind beim fröhlichen Schwatzen beide jünger geworden.
Donnerstag, 3. Januar 2019
Das Rätsel ist (nicht) gelöst
Wir haben zu Weihnachten eine Überraschung geschenkt bekommen. Haltet euch den 2. Januar frei. Nur das wussten wir. Hernach erfuhren wir, dass sich irgendwas gegen Abend, in den Abend hinein, wie lange in die Nacht, erstreckt. Und dann stellte sich heraus, dass die Schenkenden um 23 Uhr wieder im Kanton Bern sein würden. - Wo also, was also? Reto und ich rätselten - und wir fanden es heraus. Es würde ganz gewiss im Casino-Theater in Winterthur stattfinden. Dort war um 17 Uhr ein Event mit Giacobbo/Müller. Das passte. Rätsel gelöst. Wir gelöst und munter. -
Nur stiegen wir in Winterthur auf den Zug nach Schaffhausen um. "Gopfnomou!" (kleiner Schimpf) - Im "VORSTADT VARIETE" im Restaurant "Schützenstube" mussten wir uns eng, enger geht es nicht, hinter und vor einen Tisch quetschen. Bein an Bein sassen wir mit den Nachbarn. Sollten so viele wie nur möglich in den Genuss des Programms kommen. "Nordlicht" heisst es, und es war fabelhaft. Die Musik, die nordische, des neunköpfigen Ensembles trug alles und machte fröhlich und lebendig. Aber die ganzen neun brillierten ausserdem als Künstler in allen Richtungen. Zauberei, Clownerei, Seiltanz, Jonglage, und was noch alles - wunderbar.
Nur die Geige zwei Meter neben uns liess Stefan und mich erschauern und mit den Zähnen knirschen. - Zwischen die Zähne hatten wir übrigens wie versprochen "nur" ein Silserbrötli bekommen. Ach, dazu je einen Viertelliter Wein aus der Gegend. - Mir gefiel die Überraschung so gut wie nichts mehr seit "Chamäleon II".
Nur stiegen wir in Winterthur auf den Zug nach Schaffhausen um. "Gopfnomou!" (kleiner Schimpf) - Im "VORSTADT VARIETE" im Restaurant "Schützenstube" mussten wir uns eng, enger geht es nicht, hinter und vor einen Tisch quetschen. Bein an Bein sassen wir mit den Nachbarn. Sollten so viele wie nur möglich in den Genuss des Programms kommen. "Nordlicht" heisst es, und es war fabelhaft. Die Musik, die nordische, des neunköpfigen Ensembles trug alles und machte fröhlich und lebendig. Aber die ganzen neun brillierten ausserdem als Künstler in allen Richtungen. Zauberei, Clownerei, Seiltanz, Jonglage, und was noch alles - wunderbar.
Nur die Geige zwei Meter neben uns liess Stefan und mich erschauern und mit den Zähnen knirschen. - Zwischen die Zähne hatten wir übrigens wie versprochen "nur" ein Silserbrötli bekommen. Ach, dazu je einen Viertelliter Wein aus der Gegend. - Mir gefiel die Überraschung so gut wie nichts mehr seit "Chamäleon II".
Mittwoch, 2. Januar 2019
Karikatur
Ich habe mich als Karikatur geträumt. Runde Knollennase, verstrubelte Hängehaare, rundes Gesicht, voller Körper. Zum Lachen. Karikatur eben. - Das erstaunlichste am Traum war, dass ich sowas von zufrieden war und mitlächelte. - Ja, das bin ich. Ist gut so. Ich mag mich. - Die anderen? Who cares! Egal. - Ein guter Jahresbeginn. Ein sehr guter. Und ich flog im Traum. Wirklich, ich konnte fliegen.
Dienstag, 1. Januar 2019
Getanzt
Bilder überlagern sich: Unsere Enkelin, die sozusagen ins neue Jahr hinein tanzt. Anmutig, wie es junge Menschen (noch) können. Später muss man das wieder lernen, wenn man es wichtig (genug) findet. - Ein bisschen haben wir Erwachsenen mitgetanzt. Aber lieber zugeschaut. Staunend. - Bilder überlagern sich: Ich im Tanzkurs in Zofingen. In der Oberstufe und hemmungsvoll sehnsuchtsvoll. Aber "der Huber" hat mich nie geholt zum Tanze. Dafür bin ich mit den neuen Schuhen ausgerutscht und flach auf den Boden gefallen. Scham pur! - Bilder überlagern sich: Mein "noch-nicht-Ehemann" tanzt in Griechenland zur körperlichen Ertüchtigung. Schade für immer! - Aber ich tanze gern. Allein in meinem Zimmer. Zu jeder Musik. Anmutig? - Unwichtig.
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