Freitag, 14. August 2020

Ist Corona ein Vorwand?

 Ich lasse meine Haare wachsen. Seit das Corona Virus ausgebrochen ist. Ich sage, dass ich die Haare erst wieder schneiden lasse, wenn normale Zeiten kommen. Das kann dauern. Meine Haare sind schon lang. So lang, dass ich sie an heissen Tagen zusammenbinden muss. Das habe ich nie zuvor getan (oder nur versuchsweise). Aber bei dreissig Grad plus käme ich um vor Nackenhitze. - Also zusammenbinden. Ein paar Haargummis habe ich noch, aber fast alle schwarz. Langweilig. - Meine einzige Innovation diese Woche ist die Erfindung eigener Haardinger. Ansonsten war ich bei Ärzten, in Gärten, am Aufräumen, lebte ich mich wieder ein nach den Ferien, kochte ich. - Zurück zu den langen Haaren. Ich möchte, Corona hin oder her, eine alte (gute) Hexe sein. Mit fliegenden, langen grauen Haaren. Richtig wild! 



Donnerstag, 13. August 2020

Retos Gruppe

Mit dem Militär habe ich es nicht. Deshalb war es für mich "strange" (seltsam), dass ich Reto jährlich begleiten sollte, wenn er sich mit einer Gruppe aus Militärzeiten traf. Ich ging halt mit, aber betonte immer, jahrelang, dass ich "mit denen" eigentlich nichts zu tun habe. - Dieses Jahr sind drei Militärkameraden aus der Gruppe gestorben. Heinz, der freundliche Bänker. Beda, der Bauer, der ein so grosses Herz für alle hatte. "Eine Seele von einem Menschen", wie man sagt. Heute ist die Meldung gekommen, dass Walter gestorben ist, der viele Jahre lang an Parkinson litt - und doch so gütig war. - Ich merke, wie falsch ich jahrelang lag. Wie froh ich bin, dass ich diese drei Männer, die gestorben sind, kennen durfte. Sie haben mir etwas bedeutet. Ich verdanke ihnen etwas. Wenn "Militär" dran steht, heisst das nicht, dass niemals Gutes drin sein kann. 

Mittwoch, 12. August 2020

Ein Brunnen

Wenn ich, wie heute, beim Doktor wieder mal Blut abzapfen lassen muss, dann gibt es nachher eine Belohnung. Ich gehe mit mir selber zu Kafi und Müesli bei "Gottlieber". Ich geniesse und schaue und lasse Blutwerte Blutwerte sein. - Heute Morgen sass ich so, dass ich auf den langen Brunnen, schon fast ein Wasserbecken in oval geschwungener Form, schauen konnte. Tauben tänzelten auf dem Rand, nippten am Wasser, spritzten ein wenig, schubsten sich an, alles friedlich. Es kam ein junger Mann mit Folklore Rucksack. Er legte viel Grünzeug auf den Brunnenrand. Selleriekraut. Er wusch es sehr, sehr gründlich unter dem fliessenden Wasser(hahnen). Wusch und wusch. Steckte den grösseren Teil in den Rucksack und knabberte am kleinen Busch, als er weg ging. - Dann kam ein älterer Mann mit Strohhut auf dem Kopf und grünen Gummistiefeln an den Füssen. Hinauf bis zu den Knien. Sein oranges Gilet wies ihn als Stadtangestellten aus. Ist Brunnenputzer ein Beruf? - Jedenfalls war es eine Freude, dem Mann zuzuschauen, wie er gewissenhaft alles machte, um dem Brunnen Gutes zu tun. Mit einem Käscher Unrat herausholen. Mit dem Schrubber den Rand fegen. Dazwischen mit dem Spachtel etwas abkratzen. Viel Wasser benutzen. Auch den Stöpsel reinigen. Noch eine "Schwetti" Wasser über den Rand rundum. Dann waren wir - der Mann, der Brunnen und ich - zufrieden. Erfrischt. Erneuert.

Dienstag, 11. August 2020

Früher redete man übers Wetter

 Früher war es so und so, besser und schlechter. Früher war, als wir jung waren. Aber ich meine ein anderes "Früher". Ich meine die Zeit vor Corona. Wenn man Bekannte unterwegs antraf, redete man übers Wetter: "Ein schöner Tag heute, gället Sie!" - "Dieser Sommer ist wieder einmal ein richtiger Sommer, finden Sie auch." - "Ich muss heim, es ist mir zu heiss. Ein andermal mehr." - - - Heute waren wir auf dem Wochenmarkt. Wir sind einer Alten Bekannten begegnet. Sie hat erzählt und erzählt, was alles nicht stattfindet wegen Corona. Zu wenig Kultur für sie. Kaum Treffen mit anderen. Corona, Corona, Corona. Das Hauptthema in diesem Jahr. Ich sehen mich nach Wettergesprächen. Kommt heute ein Gewitter oder nicht?

Montag, 10. August 2020

Wolfsmilchschwärmer

 Die Ferien sind ja noch lange im Kopf und im Herz. Gerade ist mir wieder unsere Wanderung nach Lavin eingefallen. Wo ich die Raupe des Wolfsmilchschwärmers entdeckt habe. So eine grosse, wunderschöne Raupe habe ich im ganzen langen Leben noch nie gesehen. 

Und endlich habe ich Echtes Johanniskraut gesammelt und an die Sonne gestellt. Es färbt sich langsam rot, wie es soll. In vier Wochen darf es Reto an seinen schmerzenden Knien und Füssen ausprobieren. Wäre so schön, wenn es helfen könnte! Es SOLL helfen, bitte!

Sonntag, 9. August 2020

Ankommen, aufräumen und ein bisschen Sonntag

Dass es Sonntag ist, spüre ich an meiner luftigen, heiklen, schönen Sommerbluse und den passenden Hosen dazu. Muss sein, dass ich "Sonntagskleider" trage. Und muss immer öfter sein, dass wir einen Sonntagsapéro im Schlossgarten genehmigen. Heute sogar mit Essen dazu. Reto die rezente Schlosswurst vom Grill mit Brot. Ich Salat und Kartoffelgratin der speziell feinen Art. Wunderbar! - Sonst sind wir immer noch am Verräumen von Feriensachen und am Hüten von zwei Gärten und einer Katze - der schönsten Langhaarkatze weit und breit. - Bald hole ich einen von zwei Blumenköhlern (Wie heisst die Mehrzahl?) im Garten. Das Voressen dazu wird auch bald im Topf schmoren. Nochmals oder abermals Rückblick halten - und morgen beginnt wieder der Alltag.

Samstag, 8. August 2020

Seit zwei Stunden zurück von den Ferien!

Und wieder und noch einmal und wieviel mal noch? - Wir sind zwei Wochen in Guarda gewesen und sind immer noch nicht fertig mit dem Unterengadin. Chatrina aus dem Schällen Ursli Laden sagt, man wird nie fertig damit. Ist doch gut so.