Freitag, 7. März 2025

Versprochen!

Den ganzen Winter lang waren wir nicht auf dem Gemüsemarkt in der Stadt. Das ist gar noch in keinem Winter vorgekommen. Hat es wirklich immer geschneit, gefroren oder geregnet? Jedenfalls hatten wir immer Entschuldigungen, um zu Hause zu bleiben. Aber heute war so viel Sonnenschein; wir haben uns auf den Weg gemacht - und es hat sich gelohnt. Spinat und Nüsslisalat vom Freiland. Feinste Pilze (von Portugal). Schweinssteaks für den Grill; morgen eröffnen wir unsere Saison. - Am Schluss unserer Marktfahrt kommt immer das schönste: Im Graben draussen Kaffee trinken mit vielen anderen. Dem kleinen Bub zuschauen, wie er Steinchen einsammelt und sie, in einer Tüte immerhin, dem Mami in die Handtasche steckt. Die französische Bulldogge auf ihrer Decke darf ihr wollenes Mäntelchen ausziehen; die Sonne scheint warm. Und wir geben der Servierfrau so viel Münz wie möglich; sie hat zu wenig. Sie dankt uns überschwänglich. Wir kommen wieder, das ist versprochen!

Donnerstag, 6. März 2025

Rundherum

 Das tue ich gern: den immergleichen Gang um den Eulachpark und bei Euphemia herum. Immer ist es gleich und doch ganz anders. Heute waren unzählige Kinder auf dem Spielplatz am Sändelen. Erstmals dieses Jahr. Gleich daneben arbeiteten die Männer einer Zimmerei am grossen Holzklettergerüst. Frühlingskontrolle und Instandsetzung. Ein winzig kleines Papillonhündchen trippelte neben mir her. Zwei gestandene Männer hatten ein Feuer gemacht und ihr Grillgut ausgelegt. Nicht nur Fleisch, auch Peperoni. Den Bass ihres Musikgerätes hörte ich noch eine Zeitlang, aber nicht schlimm. Der Wind verwehte bald die Töne. Am Baumgarten von Euphemia vorbei dachte ich wie immer an die Frau, die ich ein wenig gekannt hatte. Sie ist gestorben. Auf ihrer Todesanzeige stand: "Ich habe gelebt." - Das ermuntert mich immer, meinem Leben auch wieder ein Rückli zu geben.

Mittwoch, 5. März 2025

Bowlen mit der Familie

 Es war ein Weihnachtsgeschenk von Harry, Judith und Kaya: "1 mal bowlen mit uns!" - Heute war der Tag. Fröhlich war es. Kraft in den Händen hat es gebraucht. Früher hat man gekegelt; jetzt wird gebowlt. Viele Ähnlichkeiten, aber sehr modernisiert. Das Inventar und vor allem die Elektronik. - Ob viele Grosseltern mit der Enkelin bowlen dürfen? 

Dienstag, 4. März 2025

Eine ganze Stunde lang

Ja, gern, der Frühling darf kommen! Sicher weiss ich, dass es noch Rückschläge, Kälteeinbrüche usw. geben kann und wird. Sicher sind die Nächte noch kalt. Aber unsere Enkelin hat gesagt, in den Morgennachrichten habe sie gehört, heute bekämen wir 14 Stunden Sonne. Oder war es ein bisschen weniger? Täglich blühen mehr Blümchen im Garten, und sogar der Schnittlauch wächst so schnell, wo ich noch tiefgefrorenen habe vom letzten Jahr. Zum Znacht gibt es eine Schnittlauchsuppe! Ob es auf Google ein Rezept dafür gibt?

 

Montag, 3. März 2025

Reto in Fastnachtslaune

Heute ist Güdelmäntig in katholischen Gebieten. (Güdel ist ein mit allerlei Fettigem vollgestopfter Bauch.) - Wir erinnern uns alle Jahre gern an das Trommeln strassauf und strassab in Wassen. Reto ist in Altdorf aufgewachsen und hat Fastnacht im Herzen. Er kann gar nicht anders als in unserer kleinen Wohnung ganz viele Papierschlangen, Kreppbänder und Larven aufzuhängen. Mein einziger Beitrag ist das Frittieren von Schlüfferli, einem Fastnachtsgebäck aus meiner Kindheit. Unsere Montagsmädels haben heute Verkleiderlis gespielt nach dem Mittagessen. Aber wir durften nicht ins Zimmer, weil es in zwei Wochen eine Vorführung gibt. Fastnachtsverlängerung?



Sonntag, 2. März 2025

Primeli im Garten, Vermicelles im National

Wenn die Sonne scheint, laufe ich mit einem Smile im Gesicht Richtung Bahnhof. Wenn ich mit einem Smile im Gesicht unterwegs bin, grüssen mich die meisten Entgegenkommenden. Sehr oft auch mit einem Lächeln. So angeglückt komme ich im National an, wo meine Beste Freundin schon an unserem Tischchen sitzt. Wir trinken Kaffee und plaudern. Über Politik nur ganz kurz. Zu schlimm! Dann bestellen wir Desserts. Immer noch Vermicelles. Sie haben ein Chriesitopping. Fein säuerlich zum ganzen Süss. Hoffentlich merkt das National nicht so schnell, dass es Frühling wird. Später gehen Susanna und ich zusammen zum Bahnhof. Sie fährt nach Brugg, ich gehe kurz kiösklen. Die Zeitschrift WERDE ist da. Ich habe schon lange auf sie gewartet. Ein echt guter Sonntag heute!

Samstag, 1. März 2025

Die alte Hündin

Vor vielen, vielen Jahren fuhren wir im Auto unseres Schwagers nach Gurtnellen. Der Arnisee war unser Ziel. Auf dem Parkplatz wollte ich meinen Rucksack aus dem Kofferraum nehmen. Aber die Hündin von Schwager und Schwester war nicht einverstanden. Sie verteidigte den Kofferraum, indem sie mich laut warnend verbellte. Ein grosser Hund, eine laute Stimme! Ich erschrak heftig und fürchtete fortan die Hündin. Waren wir zu Besuch und die Hündin im Raum, klebte ich sozusagen auf meinem Stuhl fest. Nur nicht bewegen, dann sieht sie mich nicht!  

Es sind Jahre vergangen, und die Hündin ist alt geworden. Mir hat es immer mehr leid getan, dass ich keine Beziehung zu ihr gefunden habe. 

Gestern haben wir unseren Schwager besucht an seinem Geburtstag. Wir waren nicht die einzigen. Nach und nach trudelten alle sieben Enkel mit ihren Eltern ein. Ein Gewusel und viel freudiger Lärm. - Ich sass brav auf meinem Stuhl. Da kam in all dem Betrieb die alte Hündin zu mir und stupste mit der Nase meine Hand an. Streicheln, kraulen verstand ich und tat es sehr lange und ausgiebig. Und war froh. Richtig, richtig froh!