Hätte mir vor vier Jahren jemand von Intschi geredet, ich hätte gedacht, das wäre in einem andern Land. Aber heute Abend war ich mit neun Jugendlichen im Restaurant "Schäfli" in Intschi im Ausgang - Poulet an feiner Sauce essen. Gute Bedienung. Feines Essen. Schöne Gaststube. Sehr angenehme Jugendliche. Klatsch und Tratsch über Mitschüler und Lehrpersonen, aber auch Einblicke in das neue Leben der frischgebackenen Erstjahrstiftinnen. Polymechanikerin; sie feilt und bohrt und fräst. Pflegefachfrau; sie freut sich aufs Spritzenmachen und weiss jetzt schon, wie man einen Arm massieren muss, dass es beruhigt oder aber anregt.
Anregende Gespräche dann auch auf der Heimfahrt im Bus, der durchs stockdunkle Reusstal aufwärts fährt. Vom Schafmarkt und wieviele hundert Tiere auf den Platz gehen. Von Geissböcken, die nur im Herbst stinken, aber im Sommer nicht. - Ich bin doch in einem andern Land. Neugierig höre ich zu. Neues erschliesst sich mir.
Freitag, 30. September 2011
Donnerstag, 29. September 2011
Schon dunkelt es zwischen den Tannen
So wunderschöne Endsommertage, aber täusche man sich nicht: Es ist erst kurz nach sieben, und schon dunkelt es zwischen den Tannen, Herbst und Winter lauern.
Mittwoch, 28. September 2011
Ein ganz freier Tag
Heute Morgen bin ich in Flüelen erwacht - in unserer Fluchtburg. Reto konnte auch noch bis fast um zehn Uhr bleiben, dann hatte er vielerlei Pflichten wie Hostien posten im Kloster, Blumen für die Kirche bestellen beim Gärtner...
Ich habe wieder "nachgelesen" - fast alles, was auf dem Lesebeigelein lag. Neues über Traumforschung, zwei Berichte in "DIE ZEIT", wie die SVP sich selber schadet - UND DEM LAND!!! Weil Konsensfindung zum Wohl des Landes, also von uns allen, immer mehr sabotiert wird durch eine einzige Partei - oder noch genauer, deren Zürcher Flügel. - Leider mag ich nicht so recht dran glauben, dass die SVP bald verlieren wird, weil immer mehr Leute das Spiel durchschauen.
Nach dem vegetarischen Mittagessen war ich im Reussdelta, dem meine absolute Begeisterung gilt. Bei jedem Wetter. In jeder Jahreszeit. - Heute war windiges Wetter. (Hat da jemand gesagt: Aber es wird besser?) Herbstgeruch lag in der Luft. Nebeldunst umflorte die Berge. Umflorte mein Gemüt.
Im Bus aufwärts nach Wassen eine liebe Gefährtin, die mir erzählte, dass sie das Sonnenblumenbildchen vom Schuleröffnungsgottesdienst vor sieben Wochen immer mit sich trägt. Und den Heiligen Josef mit den grossen Ohren braucht, wenn es brenzlig wird. Manchmal braucht man eine Zuflucht. - Hey, was ich da mache und verteile, scheint ja nicht vergebens zu sein. Bei andern!
Ich habe wieder "nachgelesen" - fast alles, was auf dem Lesebeigelein lag. Neues über Traumforschung, zwei Berichte in "DIE ZEIT", wie die SVP sich selber schadet - UND DEM LAND!!! Weil Konsensfindung zum Wohl des Landes, also von uns allen, immer mehr sabotiert wird durch eine einzige Partei - oder noch genauer, deren Zürcher Flügel. - Leider mag ich nicht so recht dran glauben, dass die SVP bald verlieren wird, weil immer mehr Leute das Spiel durchschauen.
Nach dem vegetarischen Mittagessen war ich im Reussdelta, dem meine absolute Begeisterung gilt. Bei jedem Wetter. In jeder Jahreszeit. - Heute war windiges Wetter. (Hat da jemand gesagt: Aber es wird besser?) Herbstgeruch lag in der Luft. Nebeldunst umflorte die Berge. Umflorte mein Gemüt.
Im Bus aufwärts nach Wassen eine liebe Gefährtin, die mir erzählte, dass sie das Sonnenblumenbildchen vom Schuleröffnungsgottesdienst vor sieben Wochen immer mit sich trägt. Und den Heiligen Josef mit den grossen Ohren braucht, wenn es brenzlig wird. Manchmal braucht man eine Zuflucht. - Hey, was ich da mache und verteile, scheint ja nicht vergebens zu sein. Bei andern!
Dienstag, 27. September 2011
Morgenstern
Sooo früh bin ich nicht aufgestanden, aber früh genug, um noch den Morgenstern über dem "Höreli" neben dem "Meiggelestock" zu sehen. - Um zehn vor sieben Backofen vorheizen , "einturnen" im Freien. Zopf vom Freitag, wir hatten keine Gelegenheit ihn anzuessen, mit Wasser übergiessen, in den heissen Ofen schieben. Meditieren im Freien mit dem türkis Tuch von Chile über den Schultern. Kätzchen Fabiola ist ganz interessiert an den Fransen, aber sie legt sich auf den "Katzenstuhl" mit weichen Kissen, als sie merkt, dass ich gaaanz ruhig atme und bin, nur nach dem Morgenstern schiele, hie und da. - Mmmmh, Zopfduft! - Meditation unterbrechen, Zopf zum Auskühlen legen, weiter meditiern. Der Morgenstern ist ganz blass noch da. - Fünf vor halb acht. Es rumpelt im oberen Stock. Ich verbeuge mich vor ... Vor?... Vor ALLEM! Dann Kaffee machen, dann kommt Reto und freut sich auf den Zopf. Wer wird da noch an den Morgenstern denken. Ich nicht.
Montag, 26. September 2011
Ich habe es getan
Ich habe heute Morgen tatsächlich fünf Minuten "eingeturnt" und zwanzig Minuten meditiert. Natürlich ist gar nichts passiert, ausser dass ich zufrieden bin mit mir. Wenn das nichts ist!!! - Muss das Buch von dem Typen fertig lesen...
Sonntag, 25. September 2011
Ich glaube, ich beginne wieder zu meditieren
Ich lese völlig hingerissen den Erfahrungsbericht eines Mannes, der in Indien zehn Tage lang "gesessen" ist. Das heisst in diesem Zusammenhang, dass er pro Tag zehn Stunden möglichst still und unbeweglich mit geradem Rücken sass, um aufmerksamer und gspüriger zu werden. Das tönt verrückt, aber da ich selbst einige Erfahrungen mit "dem Sitzen" habe, frage ich mich einzig, warum ich immer wieder damit aufhöre. - Bequemlichkeit, Unlust zu all dem Schrott, der dann hochkommt und der mich wütend, traurig und verzweifelt macht. "Gspüriger" sein bedeutet zwar, das Glück tiefer fühlen, aber auch das Unglück. Und der Wahrheit begegnen - nicht der absoluten, die nur der Papst hat, sondern meiner eigenen kleinen Lebenswahrheit.
Samstag, 24. September 2011
Der heutige einmalige Tag geht dem Ende zu
Sonne vom Morgen bis zum Abend, warme Temperaturen, nie eine Jacke angezogen, Füsse nackt im Haus, im Garten, nur nicht in der Kirche. Blumen für den Altar gepflückt und mich einweisen lassen für einen Gottesdienst ohne Sakristan. Wie läute ich die Glocken? Welches Licht? - Die Bibeltexte für den Bruder Klausen-Gedenktag habe ich selber gefunden. Klar. Aber die Predigt stellte sich nicht von selbst ein, habe nach ihr gesucht. Sie ist viel friedlicher geworden als erwartet. Ich lasse den Papst in Frieden. Ist auch nur ein Mensch. "Benedetto" würde ich nie rufen. Ich bin per Sie mit Herrn Ratzinger.
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