Sonntag, 31. März 2013

Ostern, oh wie schön!

Gestern mit Pfr. Karl Muoser Osternachtfeier in Göschenen. Zuerst am Osterfeuer, das gesegnet wird, damit man dann mit dem Feuer die Osterkerze, die jungfräulich unberührte, entzünden kann. Mit dem Osterfeuer! Die Ministranten holen dann von der Osterkerze das Licht und geben es per "Spaghetti-Kerzli" (lang und dünn) an die Gläubigen weiter.

Gestern: Wir stehen am Feuer in Wind und Schneegestöber. Kari segnet das Feuer. Dann nix wir rein in die Kirche. Windstille. Wärme. Die Minis wollen das Licht holen. ABER - wir haben vergessen die Osterkerze am Feuer zu entzünden. Der ganze Tross rennt wieder hinaus zum Feuer und hat unendlich Mühe, die Osterkerze in Wind und Wetter zum Brennen zu bringen. Das Schönste: Der Pfarrer kann gar nicht mehr aufhören, vor sich hin zu kichern wie ein ertappter, unreumütiger Schulbub. Ostern, oh wie schön!

Samstag, 30. März 2013

"Puppenstube" übernommen

Heute ist der Tag, an dem wir in Winterthur die Schlüssel zu unserer neuen Wohnung übernehmen konnten. Sie ist noch sooo neu, dass noch gar nicht alles fertig ist - oder schon wieder kaputt wie der Badzimmerspiegel. Um das Haus eine Baustelle. Zum Haus wacklige Bretter.

Aber sie ist schön, unsere Wohnung. Und wir freuen uns aufs Einrichten.

Hat der Vermieter mit grosser Geste auf unsere Wände gezeigt und gesagt: "Das gehört nun Ihnen; sie können alles farbig sprayen, wenn Sie wollen." - Das wollen wir natürlich trotz dieser ganzen Grosszügigkeit nicht. Aber zu meinem Erstaunen sagt Reto: "Die Spraydosen haben wir dabei." - Ich schaue ihn gross an. Da hat er doch die Farbdosen, die ich den Oberminis überlassen will, tatsächlich eingepackt und in der ersten "Fuhr" nach Winterthur gezügelt.

Sie sind wieder mit nach Wassen gekommen, und ich hoffe sehr, dass wir die nächsten vier Wochen nicht damit verbringen, die Sachen hin und her zu fahren.

Freitag, 29. März 2013

Eine Liturgie nach der anderen

Heute um 15 Uhr lesen wir die ganze Leidensgeschichte von Jesus, dem Christus. Es ist richtig, sich zu erinnern. Die Geschichte von Karfreitag gehört zu unserem "christlichen" Europa. Mühe machen mir oft die theologischen Deutungen der Ursprungsgeschichte. Ich glaube und glaube nicht an einen Gott, der seinen Sohn auf die Welt geschickt hat, damit er für unsere Sünden sterbe. Ein Gott, der zufriedengestellt werden müsste durch ein Opfer. Daran glaube ich nicht.

Aber unser verehrter Professor Kirchschläger in Luzern hat uns andere Deutungen an die Hand gegeben, dass nämlich Jesus für uns gelebt hat, nicht für uns gestorben ist. Der Hinrichtungstod war die Konsequenz aus seinem freien Leben, aus seinem Mut zu tun und zu sagen, was der Obrigkeit (weltlich und kirchlich) nicht gefiel.

Solch konsequente Leben bis zum Tod finden wir auch heute in den Ländern des "arabischen Frühlings" und anderswo. - Wofür leben wir? Für - nicht gegen!

Donnerstag, 28. März 2013

Am Gründonnerstag ab 16 Uhr sollte man nicht unterwegs sein

Ich war heute bei Stefan in Langenthal. Um 15.11 Uhr hätte dort mein Zug fahren sollen, aber er hatte Verspätung. So musste ich in Zürich von Gleis 14 zum Gleis 7 rennen und in den ersten besten Wagen einsteigen. Der war natürlich 1.Klasse. Also musste ich mich durch die ganzen Leute quetschen bis zur 2.Klasse. Sitzplatz keiner frei. Stehplatz genau bemessen. Füsse neben Reisetaschen. Bewegen unmöglich. Bis Arth-Goldau.

Ich sang in mich hinein - vom Frühling und von Ostern. Was sollte ich sonst tun, um wenigstens mich bei Laune zu halten.

Die Leute fahren haufen- und Sippenweise ins Tessin. Am Gründonnerstag ab 16 Uhr sollte man nicht unterwegs sein - ausser man darf auch ins Tessin.

Mittwoch, 27. März 2013

Heut Nacht Frühlingsvollmond

Mondsüchtige spüren den Vollmond schon drei Tage und Nächte im Voraus. Schlaflos in Wassen. Manchmal nachts. Heute frühmorgens. Deshalb bin ich schon lange auf, so lange, dass ich Zeit für allerlei Blödsinn habe.

Ich habe eine "Mondseite" im Internet besucht, wo mir gesagt wird, welchen positiven Einfluss der Mond heute auf mich haben wird: Ich werde zu Meisterleistungen auf den Gebieten des Schreibens, Fotografierens und Malens imstande sein. - Da freue ich mich aber!!?

Ich erinnere mich stark an Indianerbücher aus meiner Jugendzeit. - Ja, ja, haufenweise Karl May. Und andere. Die Indianer haben ihre Erzählungen oft mit "Monden" begonnen: "Vor vier Monden war es; noch sieben Monde werden kommen..."

Heut Nacht ist bei uns Frühlingsvollmond. Am Sonntag nach dem Frühlingsvollmond ist Ostern. Immer. Da sind wir unseren Vorfahren noch nahe, die mit dem Mond und mit der Natur überhaupt gelebt haben. - Ich freue mich heute auf einen Tag, an dem mir der Mond günstig steht. Oder aber die Sonne, die hoffentlich den letzten Schnee zum Funkeln bringt.

Dienstag, 26. März 2013

"Glückskind"

Ich lese gern Krimis. Aber kürzlich habe ich ein Buch geschenkt bekommen, das zwar kein Krimi ist, das ich aber mit angehaltenem Atem lese und fast nicht weglegen kann, wenn ich das sollte. Es heisst "Glückskind" und macht glücklich. Steven Uhly ist der Verfasser. Ein Autor, der in München lebt und deutsch-libanesischer Abstammung ist. Ich habe ein Interview mit ihm gehört und gestaunt, was er zum Thema "Glück" sagt:

Glück gibt es nicht für sich allein. Glück läuft nur über andere. Fürsorglich sein können bedeutet Glück und gibt dem Leben Sinn.

Und dann sagte er noch, dass man eine spirituelle Heimat, einen Glauben, braucht, um nicht verloren zu gehen.

Montag, 25. März 2013

Zum letzten Mal

Zum letzten Mal das und zum letzten Mal jenes - das Abschiednehmen beginnt. Auch wenn ich mich auf Winterthur freue, beschleicht mich neuerdings hie und da, ab und zu dieses Gefühl, das wohl Wehmut heisst. - Braucht es Mut zum Weh, wenn man einen neuen Weg einschlägt?

Heute haben wir zum letzten Mal das ganze Seelsorgeteam zum Mittagessen eingeladen. Reto hat "seine" Pastetli gemacht, die ich liebe seit Anfang unserer Ehe. Ganz neu und erstmals hat er "Mohrenkopfglacé" selbst gemacht - nach Angaben von Theres Furrer, vom MartiniF in Wassen. War sehr, sehr fein, alles.

Altes bleibt fein, Neues kommt dazu - Pastetli und Glacè. Ich will auf nichts verzichten.