Die Kirchgasse von Wassen wird unseren Zügelmannen unter der Leitung von meinem "Gottenbub" Fabian lange in Erinnerung bleiben. Besonders der Anfang mit Geländer. Und besonders das Manövrieren beim Pfarrhaus. Ehrlich - eine ziemliche Herausforderung!!!
Aber wir haben es alle miteinander geschafft und denken gern an die Spaghettis im Gehrig und dann wieder an den gemütlichen Ausklang in der neuen Wohnung. Ein Cüppli, ein paar Schinkengipfeli aus dem neuen Backofen, viiiel Mineralwasser, ein Glas Roten und Erzählungen vom Tag. Stolz auf die Leistung, hundemüde vom "Chrampf", kopfschüttelnd über den ungepumpten Mietanhänger, deprimiert wegen zwei Beulen von der Kirchgasse, spöttelnd wegen meinen vielen, vielen, vielen Kartonschachteln mit vielen, vielen, vielen Büchern und schönem Krimskrams. Kann nicht verzichten. Weiss nicht wohin mit allem. Wird sich zeigen.
Gestern Morgen standen noch 25 Kartons in meinem Zimmer. Tageslicht von den Fenstern spärlich. Am Abend waren es nur noch 15 Schachteln. Platz in Gestellen und Kästen nicht unerschöpflich. Wohin mit allem? Wird sich zeigen. Bestimmt!
Dienstag, 30. April 2013
Donnerstag, 25. April 2013
Zügelgeschichtlein
Am Mittwoch eine letzte Sitzung in Göschenen. Eine halbe Stunde vor Abfahrt kommt mir in den Sinn, dass ich noch duschen könnte. Es reicht gerade noch. Griff zum Haarföhn. Er ist nicht mehr dort. Schon eingepackt. Zweimal im Jahr brauche ich den Haarföhn. Das erste Mal war er in der Kirche, weil Reto damit Wachsflecken ausmachte. Das zweite Mal - siehe vorn: eingepackt.
In der neuen Stube brauchten wir noch eine Spotlampe zum Lesen auf den Sofas. Liegenderweise. Gestern fuhren wir nach Kollbrunn zum "Lampenladen". Schauten uns alles an. Welche Spots sind die schönsten im Land? - Erklärten wir dem Verkaufsberater, was uns gefiel und wofür es sei. Sagte er: "Lesen können Sie damit nicht. Liegenderweise." - In der Dunkelkammer liess er uns erfahren, was er meinte. Kauften wir einen weniger schönen Spot, dafür einen, der seine gewünschte Funktion übernehmen wird: Es werde Licht!
Heute Morgen ist die Nähmaschine meiner Grossmutter aus dem Haus getragen worden. Ich vermisse sie jetzt schon. Und Peppina irrt herum, weil die Sofas weg sind und sonst noch so einiges. Heute ist Vorzügeltag: Sachen entsorgen. Sachen nach Flüelen bringen. Zum Beispiel die Nähmaschine meiner Grossmutter. Zügeln ist grässlich und dreckig und überhaupt! - Ankommen ist auch nicht einfach. Daheim sein ist schön.
In der neuen Stube brauchten wir noch eine Spotlampe zum Lesen auf den Sofas. Liegenderweise. Gestern fuhren wir nach Kollbrunn zum "Lampenladen". Schauten uns alles an. Welche Spots sind die schönsten im Land? - Erklärten wir dem Verkaufsberater, was uns gefiel und wofür es sei. Sagte er: "Lesen können Sie damit nicht. Liegenderweise." - In der Dunkelkammer liess er uns erfahren, was er meinte. Kauften wir einen weniger schönen Spot, dafür einen, der seine gewünschte Funktion übernehmen wird: Es werde Licht!
Heute Morgen ist die Nähmaschine meiner Grossmutter aus dem Haus getragen worden. Ich vermisse sie jetzt schon. Und Peppina irrt herum, weil die Sofas weg sind und sonst noch so einiges. Heute ist Vorzügeltag: Sachen entsorgen. Sachen nach Flüelen bringen. Zum Beispiel die Nähmaschine meiner Grossmutter. Zügeln ist grässlich und dreckig und überhaupt! - Ankommen ist auch nicht einfach. Daheim sein ist schön.
Mittwoch, 24. April 2013
Hast du schon - soll ich noch?
Nur noch dreimal schlafen - so sagen die Kinder. Ich bin schon ein wenig aufgeregt. Gerade hat unser Zügelmanager, mein Gottenbub, angefragt, ob der Schnee weg ist. - Ja, wir haben kurzärmlig auf dem Gartensitzplatz Zvieri gegessen. Jetzt geht es wieder treppauf, treppab. "Hast du schon - soll ich noch?" - Reto will einpacken, was ich noch nicht durchgesehen habe. Und die Wegwerfbecher für den Zügeltag sind leider auch eingepackt. Na, wir vermögen es, neue zu kaufen. Morgen. Nur nicht heute. Heute sind wir schon zu müde zum Denken. Handeln geht noch. Ob es gut kommt?
Dienstag, 23. April 2013
Wiederholen kann man nichts
Es ist immer noch weiss in Wassen, und ich habe Bedenken für geblüht habende 44 Tulpen unter dem Schnee. Aber heute scheint die Sonne, und wir gehen bald wieder los > Langenthal in den Dreierleiladen. Bald schon letzte Gelegenheit, noch fein duftende Seifen, wohlschmeckende Dörrfrüchte, farbenfrohe Putzlappen zu kaufen bei unserem Sohn. Mit den Putzlappen, da spinne ich: Ich sammle sie. Sie sind so schön. Ich putze nicht mit ihnen. Heute scheint die Sonne, und wir wiederholen die Blustfahrt. Wir wiederholen gar nichts, wir machen eine zweite Blustfahrt - aber mit dem Schnee im Nacken.
Montag, 22. April 2013
Extrem am Arbeiten
Ich kann es nicht haben, diese ganzen traurigen oder beleidigten Blicke, weil wir bald gehen. Darum arbeite ich extrem, als wäre ich noch ganz da: Gottesdienst am Pfarreienfest, Text für das Pfarreiblatt, das sowieso schon voll ist, Dankkarten für Lektor und Lektorin, die austreten. Wir sind ja nicht die einzigen, die gehen. Ist doch das Leben. Das einzige, was sicher ist, ist doch, dass sich alles verändert. "Panta rhei", alles fliesst, sagten schon die alten Griechen. Also soll sich niemand beklagen, dass wir gehen. Immerhin waren wir fünf Jahre da. Lasst mich weiter arbeiten, jetzt und heute. Reto findet nur, dass ich das am falschen Ort tue. Was ist jetzt mit meinen Siebensachen, die noch eingepackt gehören?!
Sonntag, 21. April 2013
"Muess i denn zum Städtele hinaus..."
Heute habe ich in Wassen den letzten Wortgottesdienst vor dem Auszug gehalten. Thema "Eifersucht". Ausgehend vom Lesungstext, in dem die Kirchenoberen eifersüchtig sind auf die ersten "Missionare" Paulus und Barnabas. - Ich habe gesagt, dass man die Eifersucht nicht wahr haben will und dass sie uns klein und hilflos macht, dass sie rückwärts gerichtet ist und weitere Gefühle wie Angst, Traurigkeit und blanke Wut nach sich zieht. Ich habe launige Beispiele aus dem Leben gegriffen.
Nachher sind wir zum Apéro in den "Hirschen" gegangen. Vier Frauen waren schon da und haben über die Eifersucht debattiert. Dass ihr Mann sich vorsehen sollte, wenn er mit einer Jüngeren... Die Frauen alle älter als ich. Und ich hatte gedacht, meine Predigt werde nicht ansprechen, das Thema sei nicht altersgemäss. Eifersucht vorbei im Alter der Kirchengängerinnen und Kirchengänger. Ha, das Thema bleibt bis zuletzt!
Sepp war "echli hässig", weil ihm entgangen war, dass es mein Letzter in Wassen war. Er hat für mich singen wollen: "Muess i denn, muess i denn zum Städtele hinaus." Als er es erzählte, hatte er Augenwasser. - "Muess i denn, muess i denn zum Städtele hinaus" hat mein Schwiegervater mit viel Galgenhumor und ohne Tränen gesungen am Tag, als er mit "Mammi", seiner Frau, ins Altersheim zog. - Warum nur ist "Gehen" mit so vielen ambivalenten Gefühlen verbunden, dass ich mich gar nicht mehr auskenne??
Nachher sind wir zum Apéro in den "Hirschen" gegangen. Vier Frauen waren schon da und haben über die Eifersucht debattiert. Dass ihr Mann sich vorsehen sollte, wenn er mit einer Jüngeren... Die Frauen alle älter als ich. Und ich hatte gedacht, meine Predigt werde nicht ansprechen, das Thema sei nicht altersgemäss. Eifersucht vorbei im Alter der Kirchengängerinnen und Kirchengänger. Ha, das Thema bleibt bis zuletzt!
Sepp war "echli hässig", weil ihm entgangen war, dass es mein Letzter in Wassen war. Er hat für mich singen wollen: "Muess i denn, muess i denn zum Städtele hinaus." Als er es erzählte, hatte er Augenwasser. - "Muess i denn, muess i denn zum Städtele hinaus" hat mein Schwiegervater mit viel Galgenhumor und ohne Tränen gesungen am Tag, als er mit "Mammi", seiner Frau, ins Altersheim zog. - Warum nur ist "Gehen" mit so vielen ambivalenten Gefühlen verbunden, dass ich mich gar nicht mehr auskenne??
Samstag, 20. April 2013
Männertrost
Es hat geschneit, wo ich mich doch soooo über den Frühling und die 44 blühenden Tulpen in unserem Garten gefreut habe. Wo sind sie geblieben?
Reto weiss, dass solche Situationen zu Abstürzen seiner Ehefrau führen können. - Ist ja nicht so schlimm. Redet sie einmal ein bisschen weniger. Zwei, drei Tage. Kann doch nur gut sein.
Ist es ihm dann doch zu still? - Jedenfalls versucht er immer, seine Angetraute, lang Vertraute im voraus schon zu trösten: Der Wetterbericht meldet beinahe den Weltuntergang, und es schneit, was nur möglich ist, aber Reto sagt: "Morgen könnten wir grillieren." Usw.
Das System ist immer dasselbe: Herunterspielen, wegreden, nicht ernst nehmen. - Statt getröstet zu sein, bin ich dann so wütend, dass ich die frei geräumten Wände hochgehen könnte.
Männertrost - gibt es das überhaupt???
Reto weiss, dass solche Situationen zu Abstürzen seiner Ehefrau führen können. - Ist ja nicht so schlimm. Redet sie einmal ein bisschen weniger. Zwei, drei Tage. Kann doch nur gut sein.
Ist es ihm dann doch zu still? - Jedenfalls versucht er immer, seine Angetraute, lang Vertraute im voraus schon zu trösten: Der Wetterbericht meldet beinahe den Weltuntergang, und es schneit, was nur möglich ist, aber Reto sagt: "Morgen könnten wir grillieren." Usw.
Das System ist immer dasselbe: Herunterspielen, wegreden, nicht ernst nehmen. - Statt getröstet zu sein, bin ich dann so wütend, dass ich die frei geräumten Wände hochgehen könnte.
Männertrost - gibt es das überhaupt???
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