Reto baut heute Nachmittag nach dem ersten Rasenmähen einen Bollerwagen für zwei Kinder zusammen - für künftige Waldausflüge mit dem Pfadikessel und allerlei Zubehör. Die Anleitung zu lesen ist nicht einfach, aber es sieht schon gut aus.
Ich habe seit Wochen gejammert, dass mein Kleiderkasten pumpenvoll ist und geräumt werden müsste. Am liebsten hätte ich alles rausgeworfen und lauter neue Kleider gekauft. Viel Lust zu Veränderung! Aber mein Budget erlaubt keine umwerfende Erneuerung. Trotzdem ist es mir gelungen, mich zu trennen - von meinem letzten Jupe. Nun gibt es nur noch Hosen und Oberteile. Auch davon ist das Eine und Andere geflogen. Nur nicht ein dunkelblaues Pullöverchen meiner Mutter, das ich vielleicht mal trage. Nur nicht das Seidenoberteil, das ich am Captains Dinner vor Jahren getragen habe, als wir mit unseren Kindern das letztemal gemeinsam in den Ferien waren.
Ist gar nicht sicher, dass es das letztemal war. Schon bald fahren wir mit Stefan und Martin nach Polen, und letztes Jahr waren wir mit Judith und Familie in der Toscana. Wer weiss, was kommt. Sich trennen von Altem und offen sein für Neues.
Freitag, 31. März 2017
Donnerstag, 30. März 2017
Ein Ende
Wofür muss man sich entschuldigen? Auch dafür, dass man nach zwanzig Jahren den Wein nicht mehr von der gleichen Weinkellerei beziehen will? - Jedenfalls sind wir nicht so ohne weiteres aus dem Kundenstatus entlassen worden. - "Könnten Sie nicht vielleicht das und jenes statt nichts?" - Wir haben uns fast breitschlagen lassen. Ist ja auch eine total nette Frau, welche die Akquirierung macht. Aber wir möchten nun noch ein bisschen Abwechslung haben, was unseren Weisswein angeht. Unsere Gäste vielleicht auch. Seit Jahren stellen wir zum Apéro den immer gleichen Tropfen auf. Das hat nun ein Ende. Alles DARF auch ein Ende haben.
Mittwoch, 29. März 2017
Krasser Gegensatz - gestern und heute
Gestern durfte ich mich verwöhnen lassen von unserem Sohn. Geburtstagsüberraschung! Es ging nach Freiburg im Breisgau. An einer hübschen Gasse fein essen und ewig sitzen und quatschen. Dann durch die Altstadt schlendern und in jeden zweiten kleinfeinen Laden schauen. Buntes Papier kaufen mit allerlei Motiven für künftige Geschenke oder einfach so. Überblick gewinnen durch Ersteigen einer langen Treppe.
Erneut lädele. Nochmals Halt in einem Gartenrestaurant. Am Bach mit dem (Stein)Krokodil. Dann gaaanz langsam zum Bahnhof und heimreisen.
Heute? - Ich hatte mich noch nicht gekämmt, kam das Hütekind und blieb zehn Stunden. Auch die Enkelin kam und blieb nicht zehn Stunden. Beide wollten am Schluss gerade jetzt nicht heim. Aber jetzt ist Feierabend. Wir werden ein Glas Rotwein trinken.
Gestern oder heute - was ist besser? - Am allerbesten ist es, beides zu haben.
Erneut lädele. Nochmals Halt in einem Gartenrestaurant. Am Bach mit dem (Stein)Krokodil. Dann gaaanz langsam zum Bahnhof und heimreisen.
Heute? - Ich hatte mich noch nicht gekämmt, kam das Hütekind und blieb zehn Stunden. Auch die Enkelin kam und blieb nicht zehn Stunden. Beide wollten am Schluss gerade jetzt nicht heim. Aber jetzt ist Feierabend. Wir werden ein Glas Rotwein trinken.
Gestern oder heute - was ist besser? - Am allerbesten ist es, beides zu haben.
Montag, 27. März 2017
Verschieden
Reto ist heute zum Arzt gegangen; alles soweit gut. Das ist schön. - Ich war auch in der Stadt; wenig Essen und viel Unterwäsche kaufen. - Beide waren wir in der Stadt, aber wie verschieden haben wir unseren Mini-Ausflug doch erlebt! - Reto hat vor allem von Zugsausfällen, Verspätungen, Geleiseänderungen erzählt. Vom kalten, schwachen Kaffee. Von einem, der vor lauter Pressieren ihm über den Fuss gelatscht ist. Und dann hat er auch noch Hausschlüssel gefunden und ist sie nicht losgeworden. Das Fundbüro der Polizei ist nur am Nachmittag offen. - Ich hatte viel mehr Glück. Vom Zehnerbus aus sah ich in den Gärten die schönsten Blumen. Im Coop-City fragte mich eine wirklich nette Verkäuferin, ob sie mir helfen könne; sie konnte. Aber am herzerwärmendsten waren die alten Männer (Mehrzahl!), die am Bahnhof nichts mussten. Sie standen der Sonne zugewandt da und genossen Licht und Wärme, den schönen Tag.
Sonntag, 26. März 2017
Zwölf Stunden!
Vor zwölf Stunden sind wir los gegangen und jetzt heim gekommen. Aber vorher habe ich um sechs Uhr morgens meine Haare gewaschen. Und vorher habe ich zuerst einmal stündlich und dann zehnminütlich erschreckt zu mir selbst gesagt: "Nicht verschlafen, nur nicht verschlafen!" Und vorher habe ich Uhr und Zusatzwecker auf Sommerzeit gestellt. Und vorher waren wir zu Besuch bei Freunden, und ich habe wenig Wein getrunken, weil heute musste ich zwäg sein.
Heute durfte ich taufen in Wattingen/Wassen im Urner Oberland. Die "Chappelevögtin" Regula (Sakristanin) hatte alles wunderbar vorbereitet - mobilen Taufstein im Altarraum mit Blumengirlande drum herum, warmes Wasser in Thermosflasche, Krüglein zum Begiessen des Täuflings, Osterkerze, Tüchlein zum Abtrocknen des nassen Kindes und der Clou - vorgewärmte Kissen auf jedem Sitzplatz in der geheizten Kapelle!
Nach halb elf Uhr kam die Taufgesellschaft. Ich holte sie vor der Tür ab, weil die Taufe der Eintritt in die Kirche, die Gemeinschaft der Christinnen und Christen ist. Vor der Tür verteilte ich Aufgaben an die Kinder - Liedblätter verteilen, Claire trocken reiben nach den drei Taufgüssen.
Wir sangen ausserordentlich gut drei Lieder, alle sehr klangvoll und mit guten Texten, ausgewählt von den Eltern von Claire. (Stolz auf Reto, der jedes Lied in der sangbaren Tonhöhe anstimmte).
Und dann eben - die Taufe mit viel Wasser - und die Salbung mit Chrisam - und das Anzünden der Taufkerze an der Osterkerze. Am Schluss das Gestalten einer Sonne unter Anleitung der Mutter von Claire. Schön, schön, schön, das Ganze.
Reto und ich durften teilhaben am Taufessen, und so sind wir mit vollen Bäuchen und voller Eindrücke erst nach Hause gekommen.
Heute durfte ich taufen in Wattingen/Wassen im Urner Oberland. Die "Chappelevögtin" Regula (Sakristanin) hatte alles wunderbar vorbereitet - mobilen Taufstein im Altarraum mit Blumengirlande drum herum, warmes Wasser in Thermosflasche, Krüglein zum Begiessen des Täuflings, Osterkerze, Tüchlein zum Abtrocknen des nassen Kindes und der Clou - vorgewärmte Kissen auf jedem Sitzplatz in der geheizten Kapelle!
Nach halb elf Uhr kam die Taufgesellschaft. Ich holte sie vor der Tür ab, weil die Taufe der Eintritt in die Kirche, die Gemeinschaft der Christinnen und Christen ist. Vor der Tür verteilte ich Aufgaben an die Kinder - Liedblätter verteilen, Claire trocken reiben nach den drei Taufgüssen.
Wir sangen ausserordentlich gut drei Lieder, alle sehr klangvoll und mit guten Texten, ausgewählt von den Eltern von Claire. (Stolz auf Reto, der jedes Lied in der sangbaren Tonhöhe anstimmte).
Und dann eben - die Taufe mit viel Wasser - und die Salbung mit Chrisam - und das Anzünden der Taufkerze an der Osterkerze. Am Schluss das Gestalten einer Sonne unter Anleitung der Mutter von Claire. Schön, schön, schön, das Ganze.
Reto und ich durften teilhaben am Taufessen, und so sind wir mit vollen Bäuchen und voller Eindrücke erst nach Hause gekommen.
Samstag, 25. März 2017
Starker Wind und viel Sonnenschein
Nach einem Arbeitsmorgen haben wir die Turnschuhe gebunden und uns ins Hegifeld vorgewagt. Es bläst nämlich ein solcher (kalter) Wind, dass wir uns vergnügliche Bilder vorgestellt haben: Unser Kater Nepomuk würde nicht als Flughund (=Fledermaus) sondern als Flugkatze über die Dächer schweben. Wir müssten ihn einfangen, also nichts wie abheben. - Jetzt sind wir wieder am Windschatten, sprich zu Hause. Reto rätselt und ich packe ein paar Dinge ein für morgen.
Freitag, 24. März 2017
Die Tasse scheppert zu Boden aber geht nicht kaputt
Gestern wollte ich unsere Enkelin jetzt im anderen Zimmer haben. Sie versprach, dann schon zu kommen. Da packte ich sie und trug sie fort. Sie zappelte, und eine Blechtasse fiel scheppernd zu Boden. Ich gewann "natürlich" den Kraftakt. Sie warf mir sicher zehn Mal an den Kopf: "Du bisch nüt!" (Du bist nichts.) - Was meinte sie damit? Ihr Satz begleitete mich in die Nacht hinein. - "Du bisch nüt!" heisst wohl, dass ich nicht mehr das Grosi war, das sie kennt, als ich ihren Willen völlig überging. - "Du bisch nüt!" war ihre Art, sich zu wehren gegen meinen Übergriff. - Ich möchte gern wieder etwas oder jemand (Geachtetes) sein. Und ich habe Zeit zu verhandeln, zu warten. Nicht nur mein Wille zählt (aus Erlkönig: "...und bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt..."). Wir haben uns später versöhnt und sind wieder Freundinnen.
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