Samstag, 30. November 2019

Ein bisschen Sonne, viel Zufriedenheit

Ich bin froh, dass ein Wochenende begonnen hat, wo ich "grümschelen" darf. "Grümschelen" heisst für mich, dass ich mich kundig mache, was auf meinem Pult alles liegt. Dass ich das Eine und Andere bearbeite oder auch liegen lasse. Dass ich mir Gedanken zum Advent mache und das Eine und Andere fixiere (Besuche, Geschenke...). Dass aber nichts eine Dringlichkeit hat und ich also überhaupt nicht in Stress gerate. Ich darf Briefe schreiben oder auch nicht. Ich darf erste Weihnachtsguetzli backen oder auch nicht. - Aber der Brotteig ist am Gehen. Er muss gebacken werden, wenn es an der Zeit ist. Wie mir gebe ich ihm viel Zeit. Nur die Ruhe kann es bringen.

Freitag, 29. November 2019

Vier bis fünf Kilo Kerzen

Reto und ich haben unseren alljährlichen Ausflug nach Altstätten gemacht. - In der Kerzenfabrik Hongler lassen wir uns von der Adventsstimmung einholen. Schauen alles genau an. Müssen das Eine oder Andere haben. Steuern dann in den kühleren, hinteren Teil des Ladens, wo man Kerzen nach Gewicht kaufen kann. 18 weisse Stabkerzen, 9 grosse weisse Kerzen zum Basteln, dazu 1 Kilo 865 Gramm von den uns liebsten Raureifkerzen in verschiedenen Grössen und Farben. Die Bestellung der Nachbarin nicht vergessen! - Mit schweren Rucksäcken geht es dann jedes Jahr ins Restaurant "Frauenhof". Dort essen wir fein und trinken nur so viel Wein, dass zu Hause auch noch zwei "Glaserl" drin liegen. - Wir sind wieder zu Hause und schwer entschlossen, auch den Abend noch zu geniessen. Erhellt von Hongler Kerzen.

Donnerstag, 28. November 2019

Das Foto der Woche von mir für mich


Der Besen steht in der Sonne an der Wand und muss nicht mehr gebraucht werden. Geschnittener Rosmarin lagert daneben für das nächste Feuer in der Grillschale. Das riecht so gut. mmmhhh!!!

Mittwoch, 27. November 2019

Machen, was wir wollen

Drei Menschen gestern im Garten - jedes macht etwas anderes, und alle sind äusserst zufrieden. - Reto steigt auf seine hohe Bockleiter, fuchtelt mit einer Bohnenstange herum, irritiert Fussgänger auf dem Trottoir. Was macht der Kerl? - Er hängt Lämpchen in den Ahorn, die uns die Adventszeit erhellen sollen. - Kaya macht ein geheimnisvolles Experiment. In einer grünen Schüssel liegen verborgen Kieselsteine, Moos und was weiss ich noch. Da wird ge-handelt, umgedreht, besprochen. Und alles muss zugedeckt auf sie warten, bis sie nächste Woche wieder kommt. Experiment! - Ich glaube zuerst, mein Winternachmittagsbegehren sei "gschpunne". Ich möchte ein Feuer machen in der Grillschale. - Dann mache ich es; blase, atme Rauch, esse Asche. Oh, ich erinnere mich an die Kartoffelstaudenfeuer meiner Kindheit! - Ich hole mir einen Apfel, stecke ihn an einen Stecken und halte ihn lange, lange in die Flammen. - Dann kommen wir drei am Esstisch zusammen, teilen einen Bratapfel, legen ein wenig Vanilleglace dazu - und sind so zufrieden mit dem je verschiedenen Nachmittag im Garten.

Dienstag, 26. November 2019

Schlechte Laune

Ich mag schlechte Laune nicht. Bei anderen nicht und noch viel weniger bei mir selbst. - Wenn es mich betrifft, kann ich selber Massnahmen treffen. Ich trinke eine "hot chocolate" oder suche in der Natur nach Schönheit (ja, auch im Winter). Mich in ein Buch versenken, hilft auch. Weg zu den "Buddenbrooks" von Thomas Mann. Wenn ich diese Familiengeschichte lese, geht es mir sofort besser. Mein Gott, wie wurden damals Frauen behandelt! Mussten z.B. einen "Grünlich" heiraten um der Geschäfte willen. Der Herr hätte auch "Gräulich" heissen können. - Arbeiten hilft auch gegen schlechte Laune. So richtig dreinhauen im Garten (mit einer Hacke, um Tulpenzwiebeln setzen zu können). Oder die Wohnung mit dem grossen Besen kehren. Fast hätte es erneut schlechte Laune gegeben, wollte doch Reto staubsaugen, nachdem ich gewischt hatte. Gerade noch verhindert. - Über die schlechte Laune der anderen ein andermal. Wird mir sonst zu viel...

Montag, 25. November 2019

Gearbeitet

Am Wochenende sass ich mindestens acht Stunden an einer Arbeit, die ich angenommen habe. Schreiben über das Klima für eine Zeitschrift, in deren Redaktion eine liebe Freundin sitzt. - Oh, aber das Thema ist so weit und tief und überhaupt. - Bodenständig solle es sein, hat meine Freundin gesagt. Sie weiss ja, dass ich kaum anders schreiben kann. Hohe Wissenschaft ist nicht meine Ding. Aber Gedanken mache ich mir wohl. - Die Arbeit am Thema hat mir aufgezeigt, dass pure Angst nicht weiter bringt. Sie lähmt. - Was aber dann, wo ich doch wirklich vor allem nachts wach liege und um meiner Enkelin willen mich fürchte? - Ingrid Riedel hat mich (wieder einmal) am meisten getröstet. Sie hat mir aufgezeigt, dass diese Klima-Angst ja auch eine grosse Liebe zum Leben ist. Dass es in erster Linie darum geht, dieses Leben mit all seinen Farben, all seinen Gefühlen zu leben. Und zu tun, was ich tun kann, um dieses Leben zu schützen. Am besten mit anderen zusammen. Mit vielen anderen zusammen!

Samstag, 23. November 2019

Gar nicht gewusst

Gestern haben wir Retos Schwester, Schwager und Töchter besucht in Altdorf. Die Hinreise hat zwei Stunden gedauert, die Heimreise vier. Vor lauter Freitagabendheimreisedichtestressangst sind wir über Luzern zurück gefahren. - Ja, wir hatten immer einen Sitzplatz, aber es gab Verspätungen und Wartezeiten. - Der Besuch in Altdorf war schön und interessant. Ich habe mich so gefreut, die eine Tochter, Nichte von Reto, wieder einmal zu sehen, deren Söhne ich getauft habe. - Was wir nicht gewusst oder geahnt hatten: Unser Besuch am 22. November galt als Weihnachtsbesuch. Retos Schwester ist vorausschauend und sehr tüchtig. Wie Retos Mutter war. Es liegt in der Familie. Nie käme ich selbst auf die Idee, ich müsste, wollte, sollte am 22. November die Weihnachtsgeschenke für eine ganze Sippe bereit haben. Fertig gebastelt, gelismet, eingepackt, angeschrieben. Für Reto und mich (warme Socken sind dabei!), für Judith und Familie, für Stefan und Martin. - Zum Glück haben wir immer Stofftaschen dabei. Nun ist alles heimgebracht, sortiert und wertgeschätzt. Wow, meine Schwägerin!