Am liebsten lese ich
koche ich
bin ich im Garten
gehe ich eine halbe Stunde spazieren
häkle ich an meinem Stoffrestenteppich
schwatze ich mit unserem Hütekind von weitem
bringe ich unseren Kater zum Schnurren
male ich aus mit Farbstiften
tanze ich für mich
schlafe ich
Am allerliebsten bin ich vielfach verbunden mit meinen Lieben allen.
Dienstag, 31. März 2020
Montag, 30. März 2020
Nichtstun ist nicht gleich Nichtstun
Es gibt zwei Arten nichts zu tun, vielleicht auch mehr. - Meine eine Art ist eine zufriedene. Ich tue nichts als im Garten sitzen. Ich schaue, höre, rieche und bin froh. Oder ich meditiere. Sitze auf meinem Schemel, atme, warte, versuche nicht einmal zu denken und spüre nur, dass ich da bin. (Hie und da schläft mir ein Fuss ein, aber nur noch selten.) - Meine andere Art Nichtstun stört mich, ärgert mich. Ich schimpfe mit mir. Dieses Nichtstun kommt aus einer Lähmung. Ich mag nichts tun. Ich kann nichts tun ausser dem, was vorgegeben ist. - Ich putze zwar meine Zähne, aber ich schreibe keine Briefe. Ich lese zwar gern in einem Krimi, aber Thomas Mann ist unbekömmlich. Kann nicht noch zu Corona schlimme biblische Geschichten breit erzählt lesen. - Im Moment (schon gestern und vorgestern) bin ich im gelähmten Nichtstun. Mag nicht. Schreibe nicht im Tagebuch, schreibe nur den Blog, weil das meine Selbstverpflichtung ist. - Meine Nichtstuerei überlappt sich aber. Ich meditiere täglich. Daraus wird Energie kommen. Ich bin mir sicher. Bis dann tue ich eben nichts (was natürlich nicht wirklich wahr ist).
Sonntag, 29. März 2020
All die guten Ratschläge
Wunderbar, wie wir mit guten Ratschlägen versorgt werden, was ums Himmels willen wir die ganze Zeit zu Hause tun könnten! - Aber ehrlich, gestern habe ich fast zu viel getan. Den lieben langen Tag getan und getan. Und wenn es nur war, dass ich vor dem Spiegel mit der Handy-Taschenlampe in den Hals geguckt habe, ob meine blöde Entzündung endlich abheilt. Und wenn es nur war, dass ich Kayas Bäbis im Holzbettchen, das vor langer Zeit der Grosspapi geschreinert hat, zum Spielen aufgesetzt habe. Müssen sie halt ohne Kaya selber spielen. Ich auch. Und wenn es nur war, dass ich viele, viele WhatsApps angeschaut und beantwortet habe. - Natürlich habe ich auch Nüsslisalat geerntet und gerüstet und gewaschen. Ich habe gekocht, Badezimmer geputzt und was noch alles. Getan und getan. Und die guten Ratschläge noch nicht einmal angebraucht, geschweige denn abgearbeitet. - Hier und jetzt aber frage ich mich, ob ich in diesen Tagen und Wochen nicht das Wichtigste lernen sollte: NICHTSTUN.
Samstag, 28. März 2020
Geschichten erfinden
Reto ist ständig am Vermuten. Den lieben langen Tag vermutet er das Schlimmste. - Heute stand ein Polizeifahrzeug an der Strasse. Da ging es wieder los: "Die haben gerade einen verhaftet." - Ich habe schon den Kopf geschüttelt und meinen Unmut anmelden wollen: "Das weisst du doch gar nicht." - Da hat Reto weiter erzählt, dass der Mann einen Unfall gebaut habe. Dann sei er geflüchtet. Jetzt werde er verhaftet wegen Fahrerflucht. - Und weiter ging es, bis ich gemerkt habe, dass es sich nicht um Vermutungen sondern um Geschichten-erfinden handelte. Hatten wir doch gestern bei "schlaumeier.online.ch" mitbekommen, wie Kinder animiert wurden, Geschichten zu erfinden. Und sie mit Gegenständen zu spielen. Der Salzstreuer als Mikrofon, der Bleistift als langer, dünner Mensch...
Freitag, 27. März 2020
Das Highlight des Tages - Orangen
Oh, oh, oh, heute sind die letzten Orangen von Griechenland gekommen. Das dritte Mal in dieser Saison je 13 Kilo wunderbare Bio-Orangen direkt vom griechischen Bauern. Vermittelt durch "gebana". Wir teilen sie mit Judith and family. Sie sind süss und saftig und tun gerade jetzt so gut. Freude, grosse Freude. - Zweite Tagesfreude: Wir sind laufen gegangen an der Sonne und haben all das Blühende geschaut und den Vögeln gelauscht. - Dritte Freude für mich: Reto ist am Kochen. Älplermagrone mit viel gerösteten Zwiebeln und Salat. Freue mich!
Donnerstag, 26. März 2020
Zu viel liegt herum, das es lange nicht braucht
Wir sind noch nicht lange vorwiegend in unserer Wohnung. Aber es gibt schon psychische Auswirkungen. Reto möchte gewisse Regeln nur ein kleines bisschen übertreten. Er weiss, dass ich es nicht zulasse.- "Nur schnell am take away etwas Feines kaufen. Ich nehme ein Brettchen mit, lege mein Geld darauf und schütte es dem Verkäufer in die Hand." - So in der Art gehen Retos Sehnsuchtsgedanken. - Mir ist gerade in meinem Zimmer nicht wohl. Da liegt so viel herum, mit dem unsere Hütekinder sofort spielen könnten. Sie kommen aber laaaaange nicht mehr. - Ich muss wegräumen. Ich will Behaglichkeit für mich schaffen. Und gleichzeitig hoffen auf bessere Zeiten.
Mittwoch, 25. März 2020
Burris sammeln wieder
Immer noch dieser bissige Wind, der alles durchfährt. Aber wir sind am Morgen eineinhalb Stunden unterwegs gewesen. Brombeeren im "Brombeeriwald" gibt es noch lange nicht. Aber wir haben trotzdem gesammelt. Föhrenzäpfli und Tannenzapfen. Je einen Rucksack voll für die Grillsaison. Ich muss vorwärts schauen. - Die Brennnesseln sind auch bald hoch genug, damit ich sie sammeln kann. Das gibt Brennnesselspinat. Ist erstaunlich fein. - Im Garten habe ich Löwenzahnblätter gesammelt, die in den Salat kamen. Zuckerhut aus unserem Garten. Zum Glück habe ich das Licht eingeschaltet beim Salatwaschen, sonst hätte ich vielleicht die grünen, kleinen Blattläuse übersehen. Erwartet habe ich sie noch nicht. Immerhin, es lebt.
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