Täglich mache ich Pläne, aber gerade so täglich werden sie umgestossen. Selten von mir, öfter vom Leben selber. Alles ist immer anders, als du denkst oder kommt anders, als du planst. - Ich glaube, das ist eine riesengrosse Übung. Lernen, die Kontrolle (ein wenig) abzugeben. Lernen, gelassener zu werden. Lassen können. (Annehmen; schreibe ich in Klammern, weil manchmal sehr, sehr schwierig bis unmöglich.) - Heute ist auch so ein Tag. Geplant, aber eine Überraschung kommt dazu. Unser Sohn besucht uns. Kurz. Wegen unseren anderen Plänen. Aber schön! - Und morgen haben wir unsere Tochter zu Besuch. Mit Enkelin. Wie geht es uns gut. Besonders, wenn es anders kommt.
Dienstag, 18. August 2020
Montag, 17. August 2020
Andere...
Andere fahren nach Afrika auf Safari. Beim Anblick von Löwen aus dem Fahrzeug mit Guide verspüren sie einen Kick. Elefanten lassen ihr Herz höher schlagen. Giraffen, wie sind sie schön! - Reto und ich haben heute Herzklopfen bekommen beim Anblick einer Spinne. Die Nachbarin hat uns gemeldet, dass im Kehrichtcontainer eine SCHÖNE Spinne ihr Netz gemacht habe. Ein bisschen gruselig sei sie schon. - Ich habe nachgeschaut. Gestaunt. Reto schauen geschickt. Er beschloss sofort, die Spinne zu retten; morgen ist Kehrichtabfuhr. Die Rettungsaktion gelang.
Sonntag, 16. August 2020
Vorfreude
In fünf Minuten gehen Reto und ich los. Hegifeldrunde und dann "Zmittägli" im Schloss Schenke Garten. Sozusagen zum Ferienabschluss. Der Mensch braucht Rechtfertigungen für sein Tun. Wir nennen Schulferienzeiten auch Ferien für uns. Einmal Lehrerin, immer Lehrerin! - Zweite Vorfreude: Am Nachmittag treffe ich meine Beste Freundin zum erstenmal seit Corona im "National". Das ist ein Ereignis!
Samstag, 15. August 2020
Glück und Glas - wie leicht bricht das
Zufrieden bin ich aufgestanden heute Morgen. Mein Zmorgemüesli ist einfach total fein, der Kaffee von Reto auch. - Er ist schon am "Schäffele", und ich "hühenere" herum. Will meinen Bleistift zurücklegen nach dem Sudoku. Schaue gar nicht hin, aber dort, wo sonst nichts steht, stand gerade noch ein Weinglas. Jetzt liegt es zertrümmert am Boden. Scherbenteile weitherum. Ich habe es runter gefegt. - Es ist nicht einfach irgend ein Glas, nein, es ist das zweitletzte von vieren aus dem Nachlass von Retos Eltern. Schade, so schade! - Und doch! Das Zmorgemüesli war einfach fein, der Kaffee von Reto auch.
Freitag, 14. August 2020
Ist Corona ein Vorwand?
Ich lasse meine Haare wachsen. Seit das Corona Virus ausgebrochen ist. Ich sage, dass ich die Haare erst wieder schneiden lasse, wenn normale Zeiten kommen. Das kann dauern. Meine Haare sind schon lang. So lang, dass ich sie an heissen Tagen zusammenbinden muss. Das habe ich nie zuvor getan (oder nur versuchsweise). Aber bei dreissig Grad plus käme ich um vor Nackenhitze. - Also zusammenbinden. Ein paar Haargummis habe ich noch, aber fast alle schwarz. Langweilig. - Meine einzige Innovation diese Woche ist die Erfindung eigener Haardinger. Ansonsten war ich bei Ärzten, in Gärten, am Aufräumen, lebte ich mich wieder ein nach den Ferien, kochte ich. - Zurück zu den langen Haaren. Ich möchte, Corona hin oder her, eine alte (gute) Hexe sein. Mit fliegenden, langen grauen Haaren. Richtig wild!
Donnerstag, 13. August 2020
Retos Gruppe
Mit dem Militär habe ich es nicht. Deshalb war es für mich "strange" (seltsam), dass ich Reto jährlich begleiten sollte, wenn er sich mit einer Gruppe aus Militärzeiten traf. Ich ging halt mit, aber betonte immer, jahrelang, dass ich "mit denen" eigentlich nichts zu tun habe. - Dieses Jahr sind drei Militärkameraden aus der Gruppe gestorben. Heinz, der freundliche Bänker. Beda, der Bauer, der ein so grosses Herz für alle hatte. "Eine Seele von einem Menschen", wie man sagt. Heute ist die Meldung gekommen, dass Walter gestorben ist, der viele Jahre lang an Parkinson litt - und doch so gütig war. - Ich merke, wie falsch ich jahrelang lag. Wie froh ich bin, dass ich diese drei Männer, die gestorben sind, kennen durfte. Sie haben mir etwas bedeutet. Ich verdanke ihnen etwas. Wenn "Militär" dran steht, heisst das nicht, dass niemals Gutes drin sein kann.
Mittwoch, 12. August 2020
Ein Brunnen
Wenn ich, wie heute, beim Doktor wieder mal Blut abzapfen lassen muss, dann gibt es nachher eine Belohnung. Ich gehe mit mir selber zu Kafi und Müesli bei "Gottlieber". Ich geniesse und schaue und lasse Blutwerte Blutwerte sein. - Heute Morgen sass ich so, dass ich auf den langen Brunnen, schon fast ein Wasserbecken in oval geschwungener Form, schauen konnte. Tauben tänzelten auf dem Rand, nippten am Wasser, spritzten ein wenig, schubsten sich an, alles friedlich. Es kam ein junger Mann mit Folklore Rucksack. Er legte viel Grünzeug auf den Brunnenrand. Selleriekraut. Er wusch es sehr, sehr gründlich unter dem fliessenden Wasser(hahnen). Wusch und wusch. Steckte den grösseren Teil in den Rucksack und knabberte am kleinen Busch, als er weg ging. - Dann kam ein älterer Mann mit Strohhut auf dem Kopf und grünen Gummistiefeln an den Füssen. Hinauf bis zu den Knien. Sein oranges Gilet wies ihn als Stadtangestellten aus. Ist Brunnenputzer ein Beruf? - Jedenfalls war es eine Freude, dem Mann zuzuschauen, wie er gewissenhaft alles machte, um dem Brunnen Gutes zu tun. Mit einem Käscher Unrat herausholen. Mit dem Schrubber den Rand fegen. Dazwischen mit dem Spachtel etwas abkratzen. Viel Wasser benutzen. Auch den Stöpsel reinigen. Noch eine "Schwetti" Wasser über den Rand rundum. Dann waren wir - der Mann, der Brunnen und ich - zufrieden. Erfrischt. Erneuert.





