Freitag, 9. September 2011

Einmal Mutter - immer Mutter

...habe gehört, mein Sohn sei krank. Was mache ich? - Sofort hingehen und meinem Sohn die Hand auf die Stirne legen, schauen, ob er Fieber hat. Sein Lebenspartner tut dasselbe, und wir zwei stehen aufgerichtet über Sohnemann und sprechen über ihn und was er vielleicht hat - Fieber oder nicht...Sohn Stefan ist 34 Jahre alt. Tzz, tzzz, tzzz...

Mittwoch, 7. September 2011

Aki Kaurismäki

Aki Kaurismäki heisst ein finnischer Regisseur, der gern ein paar Gläser Weisswein trinkt. Wenn es von ihm in der "Zeit" heisst: "Bei Kaurismäki scheint das Trinken wie eine Mischung aus Sprung in den Abgrund und kindlichem Seelenschutz." dann verstehe ich das nur allzu gut. Reto hat mir heute Abend beim Trinken geholfen - das ist gut so.

Welche andere Methoden gäbe es, um den kindlichen Seelenschutz zu gewährleisten??? Meldungen gern an meine Email-Adresse...

Montag, 5. September 2011

Regen - Blues

Zwei Tage Regen und schon den Blues - wie das noch kommt mit dem Schnee?? - Joachim Ringelnatz bringt mich zu scheuem Lachen, muss noch ein wenig üben, dann wird es mutiger, fester, lauter.

Joachim Ringelnatz (1883-1934):

Wenn du nicht froh kannst denken,
obwohl nichts Hartes dich bedrückt,
sollst du ein Blümchen verschenken
aufs Gratewohl von dir gepflückt.

irgend ein staubiger, gelber -
sei's Hahnenfuss - vom Wegesrand.
Und schenke das Blümchen dir selber
aus linker Hand an die rechte Hand.

Und mache dir eine Verbeugung
im Spiegel und sage:"Du,
ich bin der Überzeugung,
dir setzt man einzig schrecklich zu.
Wie wär's, wenn du jetzt mal sachlich
fleissig einfach arbeiten tätst?
Später prahle nicht und jetzt lach nicht,
dass du nicht in Übermut gerätst."

Sonntag, 4. September 2011

Tomatensuppe

Welche Freude - ich habe im kühlen Regen ohne mich davor zu schützen mit Genuss 20 reife Tomaten geerntet in unserem Pfarrhausgarten. Die heilige Zahl sieben davon verkoche ich gerade zu einer exquisiten Tomatensuppe. - Es scheint ein uraltes Bedürfnis zu sein zu säen und zu ernten und die Ernte zum Wohl der Angehörigen zuzubereiten und darzureichen. Urbefriedigung auch, vor dem Winter zu konservieren, was die Natur an Überfluss zu bieten hat. Auf dass wir im Winter nicht hungern müssen. Konfitüre und Cashmere-Decke gegen Kälte und anstelle von menschlicher Nähe und Wärme? - Hunger, Hunger, Hunger...Die Tomatensuppe ist "lind".

Leben - erleben

Es ist anstrengend dreimal am Wochenende je an einem andern Ort Gottesdienst zu feiern wie wenn es jedesmal der ein und einzige wäre. Wie muss es sein, hunderte Male das gleiche Theaterstück zu spielen, in der gleichen Oper dieselbe Arie zu singen?! Mit dem gleichen Ernst. Mit voller Energie.

Manchmal gebe ich mich gefühlsmässig und stimmlich so aus, dass ich nachher nudelfertig bin. Und weiss nicht, ob jemand etwas hat davon.

Aber heute hat eine Frau gesagt, das, was du machst, das würde ich gern auch tun. Und gestern war es es sehr berührend, der kleinen Ministrantin zuzusehen, wie sie an den Lippen des Pfarrers hing und wie sie ihre Aufgabe so gut wie nur möglich machen wollte.

Ich habe den Leuten in jedem Gottesdienst gedankt, dass sie gekommen sind und ihnen gesagt, dass mir das unglaublich wichtig ist. Ich lebe von den Begegnungen. Ich erlebe viel in und rund um jeden Gottesdienst. Die  Menschen sind mir lieb. Nur ein paar wenige fürchte ich.

Freitag, 2. September 2011

Enttäuscht

Zusammengesessen, vorbereitet zu zweit und einzeln, sich viele Gedanken gemacht - sich SEHR viel Mühe gegeben - und dann interessieren sich SIEBEN Leute für den Anlass, der dreimal im Pfarreiblatt ausgeschrieben war. Könnte ersticken am selbstgebackenen Kuchen, den ich wieder nach Hause gebracht habe!

Donnerstag, 1. September 2011

Einmal schlafen auf dem Campingplatz Göscheneralp

Um es vorweg zu nehmen - es fühlt sich an wie Ferien; man ist weit weg von der gewohnten Welt; das Wasser zum Zähneputzen ist saukalt (Reto hat es bleiben lassen). Wir haben uns (sonst) pudelwohl gefühlt und ganz viel erlebt in nur 24 Stunden.

Wir sind zu Suppe, Wein und Fleischplatte eingeladen worden, haben neue Kartoffeln und ein Riesenkohlrabi bekommen beim Vorbeigehen, sind in Elisabeths Webstube gewesen und an ihrem Tisch gesessen, haben auf dem Damm in alle Richtungen geschaut und vom Campingplatz aus Munggen (Murmeltiere) gesucht, und Reto hat gefunden; ich nur fliegende Fische.

Die Nacht war so kalt, dass mein Shampoo im Glas geronnen ist und nicht mehr rinnen mochte. Macht nichts; Dusche gibt es sowieso keine, Licht auch nicht, aber Sterne.