Freitag, 7. März 2014

Auf dem einen Sims der Kater, auf dem anderen ich

Freitagabend - immer noch dieses Gefühl, dass nun das Wochenende kommt! Man könnte ja behaupten, wir hätten die ganze Woche Wochenende. Aber das Gefühl am Freitag ab 17 Uhr ist stark. Es besagt: Du darfst aufgeben, schlapp machen, dich gehen lassen, ein Glas Wein trinken.

Wir bekommen Besuch, aber die Vorarbeiten sind geleistet. So setzte ich mich mit einem halben Glas Rotwein aus Mamis kleinen Gläschen dort hin, wo noch Sonne war - auf den einen Fenstersims auf der Südseite des Hauses, wo wir wohnen. Und siehe, unser Kater legte sich auf den verbleibenden zweiten Sims. Gemeinsam gaben wir uns dem Feierabend hin. Beobachteten die Vorbeifahrenden und Vorbeischlendernden. Keiner, der uns beachtete. Aber wir sahen alles - besonders die Vögel. Wir bedauerten, dass nicht Erika und Kari nahe wohnen und mit uns ein Gläschen trinken oder unser Fell streicheln. Ja, das Urner Oberland hatte was!

Wir bekommen Besuch. Und die Sonne neigt sich. Ich stehe auf, gehe um die Ecke Richtung Westen. Da ist noch ein besonnter Fenstersims. Da sitzt unsere Katze Peppina.

Donnerstag, 6. März 2014

"Wer ein Mobiltelefon besitzt, werfe es weg."

Stand heute in der Zeitung, dass Hans Magnus Enzensberger (deutscher Dichter, 84 jährig) Internet-Abstinenz fordert, weil die Anbieter neue Herrscher seien, uns Beherrschende. Und er geht so weit auszurufen: "Wer ein Mobiltelefon besitzt, werfe es weg." - Ich bin ja im Moment fast seiner Meinung. Aber das hat vor allem damit zu tun, dass ich heute Morgen mein erstes günstiges, einfaches (?) Smartphone gekauft habe. Wohlwissend, dass ich dann Stunden damit verbringen würde, das Ding in den Griff zu bekommen. Statt also eine schöne, erholsame Siesta zu machen, bin ich nach zwei Stunden "Zimmerarrest" mit hochrotem Kopf zum Kaffee gekommen. Stress pur, so ein neues Ding, das abhängig machen kann! Schon bevor man es versteht. Jedenfalls bewegt sich etwas, sobald man nur mit der Fingerkuppe allerleichtestens dran "tätscht"; ist ja auch ein touch-screen- Ding. - Ich kann schon fotografieren und den Weckruf eingeben. Manchmal weiss ich dann nicht mehr, wie ich aus dem Alarm wieder rauskomme. Und wie ich einen Anruf entgegennehme. Müsste ich nicht irgendwie über das Gerät wischen? Nach oben, nach unten, nach rechts, nach links?

Mittwoch, 5. März 2014

Ohne Natel nachts um elf

Mein Natel hat unglaubliche neun Jahre seinen Dienst getan. Aber jetzt hat es "den Geist" aufgegeben. Brauche ich überhaupt ein Natel? Dringend oder einfach für alle Fälle?

Gestern standen Reto und ich nachts um 22.26 Uhr am Bahnhof Räterschen und warteten auf den Zug, der uns heim bringen sollte. Ich hatte Kaya bei ihr zuhause gehütet, während Judith im Volleyballmatch kämpfte und Harry und Reto motivierte Fans markierten. Nach einem Kaffeeabendausklang standen wir nun auf dem Bahnhof. In kühlnasser Nachtungemütlichkeit.

Wir standen und standen, und der Zug war überfällig. Ich glaubte, ein gutes Spässchen zu machen, als ich sagte: "Steht der überhaupt auf dem Fahrplan?" - Er stand nicht. - Aber wir standen. Schon eine Weile.

Das sind die Momente, wo man das Natel zückt und die Tochter anruft und sagt: "Könntest du uns bitte doch nach Hause fahren, wie du es angeboten hattest?!" - Aber wir hatten kein Natel dabei. Meines ist kaputt, und Reto, nicht so sicherheitsbedacht wie ich, hatte seines nicht dabei. Hatte aber zuhause den Fahrplan studiert. - Wir standen und sagten nichts. Ich hätte gern gehabt, dass er sich entschuldigt hätte. Tat er nicht. Wir standen. Achtunddreissig Minuten lang standen wir. Dann kam der Zug. Und in Winterthur hatten wir sofort Busanschluss bis fast vor die Haustür. Ich war froh, dass ich einen "Chriesisteinfrosch" und ein Traubenkernkissen habe, die ich im Backofen heiss machen konnte für meine abgestorbenen Füsse.

Bleibt die Frage, ob ich das Natel benützt hätte, wenn ich ein funktionierendes dabei gehabt hätte. - Nein, ich wäre 38 Minuten standhaft geblieben, weil ich der Kayafamiliy den Feierabend gegönnt hätte. - Morgen gehe ich ein neues Natel kaufen. Für alle Fälle!

PS. Das mit dem Entschuldigen: Männer können das nicht, sagte meine Mutter. Die Frauen müssen Frieden machen. Sie können das besser. - Ich mache Frieden, einfach weil es einfacher ist.

Dienstag, 4. März 2014

"Du bist, was du nicht isst."

Heute ist der "Fastenkalender 2014" gekommen - ein "Reiseführer um die Welt und zu mir selbst". Ich weiss aus Erfahrung, dass mir dadrin alljährlich vorgeschlagen wird zu verzichten. Zu verzichten auf Überfluss. Zu verzichten zugunsten von Menschen in armen Regionen der Welt. Zu verzichten zugunsten der zukünftigen Generationen, denen unser Planet Erde auch noch Lebensgrundlage sein soll.

ICH VERZICHTE NICHT GERN.

Ich habe wieder einmal Zeit, die Migros-Zeitung durchzublättern. Da fällt mir eine Überschrift ins Auge: "Du bist, was du nicht isst." - Dabei habe ich gestern und heute so viele "Schlüfferli gegessen, und sie sind so fein! Dabei obliegt es mir meistens, das Essen zu planen, und viele Rezepte in meinen vielen Kochbüchern lassen mir das Wasser im Mund schon beim Lesen zusammenlaufen, erst recht beim Kochen und Geniessen.

Der "Fastenkalender 2014" spricht mich direkt an:

"Was es jetzt braucht, ist vor allem eines: Menschen wie Sie, die bereit sind, ausgetrampelte Pfade zu verlassen. Wir alle sind heute aufgefordert, unseren Lebensstil zu hinterfragen und konsequent neue Wege zu suchen."

Ausgetrampelte Pfade verlassen...
Neue Wege suchen...
Gefällt mir...

Sonntag, 2. März 2014

Tagwache ganz früh = viel Zeit zum Lesen und Nachdenken

Um 5 Uhr 40 kam unsere Enkelin noch im Pyjama zu uns. Morgenessen mit Reto; Kaya knabberte auch etwas und zappelte mit den Füssen. Dann wurde sie nochmals ins Bettchen gelegt, demselben, in dem ihr Mami früher auch lag. - Zeit zum Lesen und Nachdenken.

Immer noch und immer neu beschäftigt mich der Gedanke, wie wir als Schweizerinnen und Schweizer leben können und vielleicht leben sollen. Welche Werte wir haben - nicht alle dieselben. Wie wir uns gegenseitig verstehen und verständigen können. Was einem plumpen Patriotismus entgegengesetzt werden kann. Welche Zukunft wir haben oder vielmehr unsere Kinder und Kindeskinder haben (können). Ich habe gerade im "Tagi-Magi" (DAS MAGAZIN, Nr. 9, 1.3.2014) von Pascal Couchepin Folgendes gelesen:

" Die Nachkommen werden etwas schaffen, das uns teilweise fremd sein wird, das aber die Schweiz ihrer Generation definiert. Darin besteht Patriotismus: Werte weitergeben, ohne zu glauben, dass die Welt stillstehen wird nach unserer Generation. Wir sollten uns im Gegenteil freuen, dass es Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen und mit verschiedenen Traditionen, den Schweizern eben, gelingt, gemeinsam auf politischer, sozialer und kultureller Ebene etwas Neues zu schaffen, in Zusammenarbeit mit anderen Ländern und ganz besonders mit den befreundeten Nachbarstaaten, die Teil der europäischen Union sind."

Aufbauen statt abreissen. Weiterschreiten statt rückwärts gehen. Die Spannung aushalten, die alles Neue verursacht. Hoffen, glauben, lieben.

Diapositiv

Noch vor kurzer Zeit legte man einen Film in den Fotoapparat ein, damit man dann Fotos knipsen konnte. War der Film voll, musste ihn der Fotograf in der Dunkelkammer entwickeln. Was herauskam, war ein Streifen von Negativen, die dann ebenfalls in der Dunkelkammer zu Positiven, sprich Fotos wurden. - Ein Diapositiv ist ein Positiv, durch das man hindurchsehen kann. Es wird mittels des Diaprojektors an eine Leinwand geworfen, und  - ahhh, da ist das Bild, das Erinnerungen heraufbeschwört. Zum Lachen, zum Weinen.

Wir haben heute alte Diapositive mittels Diaprojektor angeschaut bei Schwester und Schwager. Dias, von denen ich zum Teil gar nicht wusste, dass es sie gab. Von meiner /unserer geliebten Finsterthüelen, wo die Grosseltern mütterlicherseits wohnten. Von uns, als wir Kinder und Jugendliche waren. Von unseren Eltern. Mami mit Zwiebelwickel um den Kopf. Riechst du es?

Mehr, mehr, zeig uns mehr, lieber Schwager! - Er will schon, aber der Diaprojektor ist mehr als 50 Jahre alt. Es stinkt, es schmürzelt, und aus ist die Herrlichkeit. Positiv waren sie allemal, die Diapositive.

Samstag, 1. März 2014

Putzen, Schlüfferli, Besuch

In dieser Reihenfolge gestaltet sich der Tag: Geputzt ist schon. Nach dem Laptop kommt das Wühlen im Mehl > Schlüfferli in der Fasnachtszeit gehören einfach dazu. Familientradition. Dazu kommt zweimal kochen und gemütliches Zusammensitzen bei zwei (?) Glas Wein.

Aber was sind "Schlüfferli"? Das werde ich immer wieder gefragt. Hier ist eines, aber noch nicht meines.

Teig nach Rezept herstellen, dann drachenförmige Plätzchen "rädle" (mit dem Teigrad schneiden). Und dann kommt das "Schlüffe" > oben und unten die Spitze des "Drachens" durch eine gerädelte Lochmitte ziehen. Anschliessend schwimmend backen. Mmmmhhh, ich freue mich schon auf meine Schlüfferli!