Wir haben einen Freund, der Stockenten blöd findet - einfach weil es viele davon gibt. - Wir haben einen anderen Freund, der Gartenblumen doof findet, einfach weil sie sich nicht selbst in der Natur durchgesetzt haben. - Was ist kostbar? Nur das Aussergewöhnliche? Nur das wild Gewachsene? Oder das, was wir wirklich und bewusst und mit allen Sinnen wahr nehmen?
Wenn ich mit Kaya durch unseren Garten gehe, streichelt sie Tulpen. Sie hört gern, dass Primeli Primeli heissen und wiederholt den Namen. Sie kennt auch den Namen der Nachbarkatze. Sie schaut zwei Ameisen lange zu, die über die Bodenplatten huschen. Aber sie mag die Plastikspinne überhaupt nicht, die in einem Becher war, den ich gekauft habe. Archaische Spinnenphobie.
Ich gehe täglich durch unseren Garten und versuche, alles wahr zu nehmen, was da ist. Und ich freue mich daran, ob gesät, gesetzt oder hergeflogen. Unter dem Ahorn darf alles wachsen, was will. Abmachung mit dem Hausgärtner Reto. Die Veilchen, die dort blühen, riechen ganz richtig wie Veilchen. Ob Reto aber den kleinen Buchs wachsen lässt, der sich da selbst niedergelassen hat???
Freitag, 10. April 2015
Donnerstag, 9. April 2015
Pro Natura Zentrum Champ-Pittet am Neuenburgersee
Gestern war ich da - von meiner Besten Freundin mit dem Ausflug beschenkt an einem soooo schönen Frühlingstag. Die Reise war lang, aber Freundinnen haben immer etwas zu "schnädere" oder ernsthaft zu besprechen. Sie können aber auch schweigen miteinander. Deshalb sind sie ja Freundinnen.
Wir haben uns einiges gegönnt: Meinen ersten "Hugo" im Speisewagen. Ein Rindssteak an der Grenze zu ganz roh. Löwenzahnsalat mit Ei. Schoggiosterhase an der Sonne mit Kaffee. Aber vor allem die ganz wunderbare Natur. See und Berge mit Schneehauben. Schilf im leichten Wind. Graugänse, Haubentaucher im Tanz, Kröten am "Sönnele"...
Wir haben uns einiges gegönnt: Meinen ersten "Hugo" im Speisewagen. Ein Rindssteak an der Grenze zu ganz roh. Löwenzahnsalat mit Ei. Schoggiosterhase an der Sonne mit Kaffee. Aber vor allem die ganz wunderbare Natur. See und Berge mit Schneehauben. Schilf im leichten Wind. Graugänse, Haubentaucher im Tanz, Kröten am "Sönnele"...
Montag, 6. April 2015
Das Leben annehmen
Morgens um Viertel vor vier Uhr erbrach sich unsere Katze in meinem Zimmer. "Was use mues, mues use." - Der Kater musste dann sofort an die frische Luft, und ich hoffte nochmals schlafen zu können. Noch mehr als drei Stunden wären drin gewesen. Aber die Augen sahen in die Noch-Dunkelheit, bis ich aufgab und das Licht anzündete. Dann las ich bis zum Aufstehen in "Trümmergöre" von Monika Held. Von einer jungen Frau, die überlegt, mit ihrem Geliebten in die Wohnung einzuziehen, in der sie aufgewachsen ist. Sie geht sie anschauen. Leer wie sie ist, erzählt sie trotzdem vom schön-schwierigen Leben, das da drin stattfand. Von der Grossmutter mit ihrer Philosophie aus Peter Alexander Liedzeilen und ihrem Satz "Es kommt wie es kommt, es kommt, wie es muss." Von ihrem Onkel, der das Leben in geheimnisvolle Zahlenkombinationen giesst und am Schluss an seinen Kriegserinnerungen scheitert. Vom Vater, den sie nicht kennt, auch nicht, als sie später mit ihm im gleichen Haus wohnt und abends mit ihm vor dem Cheminéefeuer sitzt, wo nur die Wahrheit gesprochen werden soll. Sie findet heraus, dass auch eine Viertelwahrheit wahr ist und nicht gelogen. Sie lebt ihr Leben, das ihr Vater nicht kennt. Eben höchstens einen viertel davon.
Die Geschichte ist eine lebenswahre Geschichte, in der ich mich noch und noch wiederfinde. Auch im Satz der Grossmutter: "So ist das Leben. Sein einziger Sinn ist, es anzunehmen." - Ich habe den ärmellosen Pullover meines Onkels angezogen. Und jetzt gehe ich mit Reto und Kaya das Leben erneut annehmen.
Die Geschichte ist eine lebenswahre Geschichte, in der ich mich noch und noch wiederfinde. Auch im Satz der Grossmutter: "So ist das Leben. Sein einziger Sinn ist, es anzunehmen." - Ich habe den ärmellosen Pullover meines Onkels angezogen. Und jetzt gehe ich mit Reto und Kaya das Leben erneut annehmen.
Sonntag, 5. April 2015
Erst nach Hause gekommen
Wir waren zum Osterbrunch eingeladen. Jetzt erst, um sieben Uhr abends, sind wir nach Hause gekommen. Der Tisch war lang, des Essens darauf viel, unsere Enkelin hatte wieder einen grossen Auftritt, die Enkelin meiner Schwester kann schon gucken, herzig lachen und Töne von sich geben, der Hund war brav, die Gespräche flossen leicht wie der Rotwein. Wir sind satt an Leib und Seele. Jetzt bereiten wir den morgigen Tisch vor: Er wird lang sein, des Essens wird viel sein, der Rotwein darf fliessen, wir freuen uns darauf.
Samstag, 4. April 2015
Lied im Ohr
Nein, eigentlich nicht im Ohr, eher im Kopf. Es singt in mir. Es hört nicht auf, und ich weiss nicht warum. Warum heute? War etwas? Konnte ich meine Meinung nicht sagen? - Unterwegs zum Einkaufen - es singt. Heimwärts im Regen - es singt. Erdbeeren, Milch und allerlei ausgepackt - es singt. Facebook-Einträge gelesen, mich entschieden, nichts zu Bischof Haas zu posten - es singt. - Es singt fröhlich das Protestlied meiner "Flegeljahre":
"Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, sie fliehen vorbei wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschiessen,
es bleibet dabei: die Gedanken sind frei."
In meiner Jugendzeit war hier das Lied für mich zu Ende; es wurde ergänzt durch ein inneres mit-dem-Fuss-Stampfen. Aber jetzt, heute, gefällt mir die zweite Strophe:
"Ich denke, was ich will, und was mich beglücket,
doch alles in der Still, und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren kann niemand verwehren,
es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei."
Habe ich mich weiter entwickelt? Grössere Gelassenheit sei willkommen!
"Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, sie fliehen vorbei wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschiessen,
es bleibet dabei: die Gedanken sind frei."
In meiner Jugendzeit war hier das Lied für mich zu Ende; es wurde ergänzt durch ein inneres mit-dem-Fuss-Stampfen. Aber jetzt, heute, gefällt mir die zweite Strophe:
"Ich denke, was ich will, und was mich beglücket,
doch alles in der Still, und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren kann niemand verwehren,
es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei."
Habe ich mich weiter entwickelt? Grössere Gelassenheit sei willkommen!
Freitag, 3. April 2015
Karfreitagslaune war gestern
Gestern war ich schlecht drauf. Nahm alles persönlich und hatte einen Megafrust. Dann habe ich abgetanzt in meinem Zimmer zu einer CD, die in Flüelen eingemottet war und jetzt wieder hier ist. Polo Hofer und andere alte Bekannte. Ich wurde wieder beweglich im Körper und im Geist. - Gut geschlafen, und jetzt läuft es wieder. Ist möglich zu sagen, was ist. Zum Beispiel, dass ich die Heilige Woche im Urner Oberland so was von vermisse!!! Reto geht es ebenso. Er ist in Gedanken ständig bei seinen Aufgaben als Sakristan: "Jetzt würde ich das Osterfeuer vorbereiten. Jetzt würde ich den Altar ganz abräumen für die Karfreitagsliturgie." - Es war einfach überaus eindrücklich, wie die Liturgien dieser Tage, wenn man sie alle mitfeiert, zu einem Osterhalleluja aus vollem Herzen führen. Da braucht man gar nicht alles zu verstehen. da braucht man fast nichts zu verstehen. Man wird mitgenommen und ist so glücklich wie sonst selten, wenn in der Osternachtfeier alle Glocken läuten und die Orgel so wild spielt wie sonst nie. Kommt man dann aus der Kirche, ruft man allen ein "frohe Ostern!" zu, und man mag alle, einfach alle. - Soll mir mal jemand sagen, womit das zu ersetzen ist in der säkularisierten Welt?!
Mittwoch, 1. April 2015
Wann hat der Buddha Geburtstag?
Was tut frau mit einem neuen Kochbuch? - Sie kocht.
Ich glaube nicht, dass ich aus jedem meiner Kochbücher schon gekocht habe. Aber ganz genau weiss ich es nicht. Die Reihe meiner geliebten Koch-, Schau- und Wissensbücher misst weit mehr als einen Meter in der Länge. Am letzten Sonntag habe ich meinem Sohn ein Indisches Kochbuch ausgeliehen. Ich weiss noch, dass ich es gekauft habe, als ich den Oberstufenschülern den Hinduismus näher bringen wollte. Habe ich ihnen etwas gekocht oder es nur gewollt, die gute Absicht gehabt? - Das ist öfter vorgekommen. Als ob die Schülerinnen und Schüler von der guten Absicht leben könnten! - Aber ich - ich kann von guten Absichten leben.
Ich liebe es, immer wieder aufzubrechen und Neues zu wagen - auch wenn es nur "Momos" sind zum Geburtstag des Buddha. Wann ist er denn?
Ich glaube nicht, dass ich aus jedem meiner Kochbücher schon gekocht habe. Aber ganz genau weiss ich es nicht. Die Reihe meiner geliebten Koch-, Schau- und Wissensbücher misst weit mehr als einen Meter in der Länge. Am letzten Sonntag habe ich meinem Sohn ein Indisches Kochbuch ausgeliehen. Ich weiss noch, dass ich es gekauft habe, als ich den Oberstufenschülern den Hinduismus näher bringen wollte. Habe ich ihnen etwas gekocht oder es nur gewollt, die gute Absicht gehabt? - Das ist öfter vorgekommen. Als ob die Schülerinnen und Schüler von der guten Absicht leben könnten! - Aber ich - ich kann von guten Absichten leben.
Ich liebe es, immer wieder aufzubrechen und Neues zu wagen - auch wenn es nur "Momos" sind zum Geburtstag des Buddha. Wann ist er denn?
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