Ich darf hüpfen und springen, tanzen und singen oder was ich sonst will. Der Text ist geschrieben, den ich im September der "Reformierten Presse" bis am 1. November versprochen hatte. Morgen IST der 1. November; im Urnerland Sonntag, in Winti nicht. Schade! Ich fand es immer sehr berührend und stimmig, der Toten gemeinsam zu gedenken. Das tut man hier auch, aber weniger feierlich. Keine Grabbesprengung mit Weihwasser...
Mein Text, den ich abgeschickt habe, handelt von reformiert und katholisch, von meiner Konversion. Dass ich beides bin, reformiert und katholisch. - Jetzt gehe ich mit Reto zusammen auf den Friedhof, und wir bringen Mami und Götti je ein Adventsgesteck oder eben - wir gedenken unserer Toten.
Donnerstag, 31. Oktober 2013
Mittwoch, 30. Oktober 2013
30. Oktober
Geschenke, diese Spätherbsttage, an denen wir draussen Zmittag essen, draussen Kaffee trinken! Heute ist so ein Bonus-Tag. Aber die Freude wird mir etwas vergällt, weil ich um vier Uhr beim "Heiniger" sitzen muss. Der "Heiniger" ist der Dentalhygieniker. Er kratzt meine Zähne frei, die dann im November der Herr Zahnarzt wieder "ganz" macht, wo sie kaputt sind. Das freut weder mich noch unser Portemonnaie. Aber sein muss es!
Dienstag, 29. Oktober 2013
Wie viele Menschen es gibt!
Im Kanton Uri gibt es nicht so viele Menschen. Das war uns in den letzten fünf Jahren angenehm. Man kann das Gefühl bekommen mit der Zeit, man habe die meisten schon irgendwann gesehen. Nicht kennengelernt, das wäre etwas ganz Anderes. Obwohl - einige HAT man kennengelernt, und die allerallermeisten sind sympathische Leute. Zuallererst die Wassener und Wassenerinnen; mit ihnen haben wir gelebt. Und zuallererst die Gurtneller und Gurtnellerinnen; mit ihnen haben wir Gottesdienste und Feste gefeiert. Und zuallererst die Göschener und Göschenerinnen und alle von der Göscheneralp; sie wohnen nahe beim Himmel, hoch in den Bergen; wir sind gern zu ihnen gefahren im Sommer und besonders im Winter. Diese alle zuallererst.
Im Talboden kennen wir einige, die zu unseren lieben Verwandten gehören; sie kommen uns näher, je älter wir werden. Und heute haben wir mit unserem Vermieter und unserer Vermieterin unserer "Fluchtburg" in Flüelen gespiesen und sie ein bisschen kenengelernt. Sympathisch auch sie.
Dann sind wir heimgefahren nach Oberwinterthur mit ÖV. Und da, ab Zug, da hatte es nicht Scharen von Leuten, sondern sogenannte Heerscharen. Mein Gott! sage ich. Gewöhne ich mich nicht dran, dass in der S 12 ziemlich viele stehen müssen, dabei ist der Zug soooooo lang, Wagen an Wagen an Wagen. Diese Menschen kennen wir alle nicht. Aber heute hat die Frau vis-à-vis von mir so herzlich gelacht beim Lesen ihres Buches. Ich habe mitgelacht und nach dem tollen Buch gefragt. Sie hat lächelnd gesagt: "Es ist gar nicht lustig. Es handelt von der Arktis und den Ländern, die dort Rohstoffe ausbeuten wollen." Das ist mir auch eine Sorge. Deshalb kenne ich diese Lachfrau ein bisschen. Mindestens etwas haben wir gemeinsam.
Im Talboden kennen wir einige, die zu unseren lieben Verwandten gehören; sie kommen uns näher, je älter wir werden. Und heute haben wir mit unserem Vermieter und unserer Vermieterin unserer "Fluchtburg" in Flüelen gespiesen und sie ein bisschen kenengelernt. Sympathisch auch sie.
Dann sind wir heimgefahren nach Oberwinterthur mit ÖV. Und da, ab Zug, da hatte es nicht Scharen von Leuten, sondern sogenannte Heerscharen. Mein Gott! sage ich. Gewöhne ich mich nicht dran, dass in der S 12 ziemlich viele stehen müssen, dabei ist der Zug soooooo lang, Wagen an Wagen an Wagen. Diese Menschen kennen wir alle nicht. Aber heute hat die Frau vis-à-vis von mir so herzlich gelacht beim Lesen ihres Buches. Ich habe mitgelacht und nach dem tollen Buch gefragt. Sie hat lächelnd gesagt: "Es ist gar nicht lustig. Es handelt von der Arktis und den Ländern, die dort Rohstoffe ausbeuten wollen." Das ist mir auch eine Sorge. Deshalb kenne ich diese Lachfrau ein bisschen. Mindestens etwas haben wir gemeinsam.
Montag, 28. Oktober 2013
"Us em Lächli wird es Bächli" (Lachen und Weinen liegen nahe beieinander)
Gerade (17.30 Uhr) sind Judith und Kaya nach Hause gefahren - Tochter und Enkelin. Zehn Stunden hat Kaya mit uns verbracht und wir mit ihr. Zum ersten Mal. - Wir hatten viel Spass mit "Hopp, hopp, hopp, Rössli lauf Galopp" und einander anlächeln aus rein gar keinem Grund. Wir waren auf dem grossen Spielplatz, und der Grosspapi hat sich in die Hängematte gelegt mit Kaya und ich habe die beiden geschaukelt zu aller jauchzender Freude. Aber wir hatten auch Stress, als klein-Kaya schlafen wollte und den Schlaf nicht fand. Da wird geweint und nochmals geweint, und ich gebe das Kind dem Grosspapi, weil ich mich nicht fähig fühle, es zur Ruhe zu bringen. Ist lange her, dass ich unsere Kinder in den Schlaf sang. Ist lange her, dass wir unsere Kinder gewickelt und "geschöppelt" haben, aber das können wir noch. Ob wir heute Abend auch ein bisschen weinen sollen vor dem Einschlafen? Müde genug sind wir.
Sonntag, 27. Oktober 2013
Ach, ist ja schon Abend
Achtzehn Uhr am Sonntagabend. Ich habe ein Stündchen unter der Decke gelesen, weil es so kuschelig und warm ist. Mein Mami mochte im Alter das Bett immer lieber. Ich auch. Und nach dem Lesen habe ich ein wenig gedöst. Mal nichts tun, nichts denken, das reine Sein! Richte ich meinen Blick aufs Fenster, da ist es schon dunkel. Jetzt, wo Winterzeit oder Normalzeit ist! Kann das denn sein! Nach einem Tag mit Stefan und Martin, mit Sturmwind, dem wir entflohen sind, mit Bergen von Geschirr von gestern, die versorgt sind. Weingläser liebevoll abgetrocknet. Geburtstagsgelage für Reto und Harry gestern gern ausgerichtet. Ja, es ist schon Abend. Zeit für die Badewanne und Vorfreude auf morgen, wo wir unser Grosskind erstmals länger hüten. Sohnemann Stefan hat gesagt: "Aber Achtung, das ist auch anstrengend!"
Samstag, 26. Oktober 2013
Hätte ich gewusst...
So haben wir gestern wieder den Zug unter die Füsse genommen und sind bis Weinfelden gefahren, wo ich noch nie war. Städtchen mit vielen schönen Riegelhäusern. Aber es hätte einer besseren Stadtplanung bedurft: Etwas zufälliges Durcheinander von Alt und Neu.
Uns lockte das Schloss hoch über Weinfelden. Wegweiser zeigten, wo man hoch komme. Aber nicht WIE! - Als die Treppen begannen, sagte Reto etwas von 400 Stufen. Er meinte es zum Spass. Dieser hörte spätestens da auf, als die Stufen nicht mehr aufhörten, meine Puste aber schon. Reto immer eine Kurve weiter als ich, verkündete, was da komme. Endlich kam das Schloss.
Da war nur der Gärtner, und er sagte, das Schloss sei in Privatbesitz. Weder ein Restaurant, noch eine Besichtigung, dafür schnaufen wie ein Bierwagenross.
Hätte ich gewusst, was auf mich zukam, ich wäre leider nicht hochgestiegen. Der Abstieg durch die Rebberge mit reifen blauen Trauben entschädigte alles.
Uns lockte das Schloss hoch über Weinfelden. Wegweiser zeigten, wo man hoch komme. Aber nicht WIE! - Als die Treppen begannen, sagte Reto etwas von 400 Stufen. Er meinte es zum Spass. Dieser hörte spätestens da auf, als die Stufen nicht mehr aufhörten, meine Puste aber schon. Reto immer eine Kurve weiter als ich, verkündete, was da komme. Endlich kam das Schloss.
Da war nur der Gärtner, und er sagte, das Schloss sei in Privatbesitz. Weder ein Restaurant, noch eine Besichtigung, dafür schnaufen wie ein Bierwagenross.
Hätte ich gewusst, was auf mich zukam, ich wäre leider nicht hochgestiegen. Der Abstieg durch die Rebberge mit reifen blauen Trauben entschädigte alles.
Freitag, 25. Oktober 2013
Lesen, erinnern
Mein Fuss ist noch eingebunden, aber mein Kopf fliegt schon wieder aus. Die Hebstsonne nutzen, bald kommt der Winter. Aber nicht so einer wie im Urner Oberland. Nicht so lange und nicht so hart. Dafür wohl mit mehr Hochnebel. Alles kannst du nicht haben.
Reto hat mir heute "DIE ZEIT" mitgebracht, meine Lieblingszeitung. Gross im Format und gross im Inhalt. So lese ich und lasse die Gedanken schweifen in alle Richtungen. Was immer ich lese, es verbindet sich mit Erinnerungen. Das heisst wohl "alt sein", wenn man so unglaublich viele Erinnerungen hat. Dass sie bleiben und sich vertiefen, lese ich gerade die drei Tagebücher wieder, die ich in den fünf Jahren "Wassen" gefüllt habe. Ja, das war mein Leben, mein Denken, Fühlen und Handeln, mein Gelingen und mein Scheitern.
Lesen und erinnern ist gut, aber hallo, schon kommt die Sonne durch den Restnebel zum Vorschein, wo gehen wir heute Nachmittag spazieren?
Reto hat mir heute "DIE ZEIT" mitgebracht, meine Lieblingszeitung. Gross im Format und gross im Inhalt. So lese ich und lasse die Gedanken schweifen in alle Richtungen. Was immer ich lese, es verbindet sich mit Erinnerungen. Das heisst wohl "alt sein", wenn man so unglaublich viele Erinnerungen hat. Dass sie bleiben und sich vertiefen, lese ich gerade die drei Tagebücher wieder, die ich in den fünf Jahren "Wassen" gefüllt habe. Ja, das war mein Leben, mein Denken, Fühlen und Handeln, mein Gelingen und mein Scheitern.
Lesen und erinnern ist gut, aber hallo, schon kommt die Sonne durch den Restnebel zum Vorschein, wo gehen wir heute Nachmittag spazieren?
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