Donnerstag, 21. Juli 2016
Salat aus dem Garten
Gestern und heute haben wir eigenen Salat aus unserem kleinen Garten gegessen. Das ist einfach bedeutender, als wenn er aus dem Laden kommt. Obschon er auch bei uns in fast hundert Prozent der Fälle aus dem Laden kommt. Oder nein, manchmal auch vom Bauern direkt auf unserem kleinen Markt. von den Stuckis, die wir meinen zu kennen. Dabei sind wir natürlich nicht Freunde, nur Kundschaft. Aber immerhin, wir waren schon dort, haben die Kühe im Stall gesehen und die Hühner unter dem Zwetschgenbaum. - Ich hätte gern, sehr gern, ausserordentlich gern, wenn die Globalisierung etwas zurückzufahren wäre, wenn das Regionale wieder wichtiger würde. Aber manchmal lese ich, dass unsere paar übriggebliebenen Bauern unbedeutend seien. Der Weltmarkt werde "es" schon richten. Bin ich mir mal nicht so sicher.
Mittwoch, 20. Juli 2016
Also, ist heute schon wieder heute?
Gestern? - Waren wir gestern in Seelisberg und haben so einen schönen Tag im Angesicht von Bergen und See erlebt? Trafen wir gestern auf dem Schiff überraschend einen lieben Freund, und es stellte sich heraus, dass er gleichenorts wie wir eingeladen war? War es gestern, dass wir zu fünft nicht nur übers Wetter, sondern auch über uns sprachen, dass es darum existentiell war, uns betraf und darum wichtig war und wichtig bleibt? War das alles gestern? Samt der langen Heimfahrt mit mehr als der halben Schweiz, da alle, alle unterwegs waren an so einem wunderbaren Sommertag?
War das alles gestern, und ist heute schon wieder Mittwoch, tiefer Mittwoch, da ich am Morgen mit einer Freundin in der Stadt stundenlang Zmorge ass, stundenlang plauderte, wieder eher nicht vom Wetter, dafür von Enkelkindern, Singvögeln, Heilpflanzen, Ehemännern. Dem Älterwerden. Der Schönheit des Lebens. Der Bedrohtheit des Lebens. Wir sprachen vom Leben, vom ganzen Leben und sind zufrieden. Nicht nur mit dem Wetter.
War das alles gestern, und ist heute schon wieder Mittwoch, tiefer Mittwoch, da ich am Morgen mit einer Freundin in der Stadt stundenlang Zmorge ass, stundenlang plauderte, wieder eher nicht vom Wetter, dafür von Enkelkindern, Singvögeln, Heilpflanzen, Ehemännern. Dem Älterwerden. Der Schönheit des Lebens. Der Bedrohtheit des Lebens. Wir sprachen vom Leben, vom ganzen Leben und sind zufrieden. Nicht nur mit dem Wetter.
Montag, 18. Juli 2016
Flower Power
Meine eine superleichte, superangenehme Sommerhose hat Weinflecken und schlimmere Flecken. Solche von Kirschen, welche Vögel auf meinen Gartenstuhl haben fallen lassen. Zwar habe ich das Zeug mit der Hand weggewischt, aber eben nur. Den restlichen Fruchtsaft bekam meine Hose ab - auf immer. Nun bin ich dran, neun gehäkelte Blümchen auf die Flecken zu nähen. Auf dem Campingplatz in der Toscana laufe ich dann als Flower Power Grossmutter herum. Und habe dabei viel weniger Hemmungen als meinen Bauchumfang in Badehose spazieren zu führen. Aber auch dies wird sein und nicht zu knapp.
Sonntag, 17. Juli 2016
Dreigeteilter Tag
Nach acht Uhr bin ich erwacht in meinem Zimmer, das ich diese Nacht mit Enkelin Kaya geteilt habe. Sie konnte nicht gut einschlafen und musste sich immer wieder versichern, dass ich da bin: "Grosi, ist es schon mitten in der Nacht?" - "Nein, es ist erst am Anfang der Nacht."- "Grosi, ich möchte in einen Zoo gehen, wo es nur Tiere hat, die mich nicht fressen." - "Was wäre das für ein Zoo?" - "Ein Geissenzoo."- Das Kind hat drei Honigbrote gegessen zum Zmorge - von Grosspapi liebevoll geschmiert.
Vor Mittag sind Reto und ich mit dem Zug ins Tösstal nach Sennhof gefahren. Alles dem Fluss entlang sind wir über den Reitplatz zurückgewandert nach Töss. Das war sehr schön und sommerlich, weil es dem Wasser entlang geht und oft durch den Wald. Am Reitplatz haben wir in der Gartenbeiz den Apéro vorbezogen. Um vier Uhr waren wir einigermassen müde wieder zu Hause.
Nun erwartet uns noch ein Grillabend zu zweit. Wir brauchen es, einfach im Garten zu höckeln und unser Fleisch zu kauen, es mit WENIG Rotwein zu begiessen und dann ein bisschen ins Glotzophon zu schauen. Früh zu Bett. Sommerabend für ältere Leute.
Vor Mittag sind Reto und ich mit dem Zug ins Tösstal nach Sennhof gefahren. Alles dem Fluss entlang sind wir über den Reitplatz zurückgewandert nach Töss. Das war sehr schön und sommerlich, weil es dem Wasser entlang geht und oft durch den Wald. Am Reitplatz haben wir in der Gartenbeiz den Apéro vorbezogen. Um vier Uhr waren wir einigermassen müde wieder zu Hause.
Nun erwartet uns noch ein Grillabend zu zweit. Wir brauchen es, einfach im Garten zu höckeln und unser Fleisch zu kauen, es mit WENIG Rotwein zu begiessen und dann ein bisschen ins Glotzophon zu schauen. Früh zu Bett. Sommerabend für ältere Leute.
Samstag, 16. Juli 2016
James Lovelock, 94 Jahre alt
Am Morgen erwache ich oft definitiv mit SRF1. Ich schalte das Radio ein und döse weiter, bis ich ganz wach bin. Aufstehen sehr regelmässig um halb acht Uhr. Dann kriege ich die Augen wirklich auf.
Gestern Morgen bin ich mit den grauenhaften Nachrichten aus Nizza erwacht. Heute mit dem Putsch in der Türkei. Was kommt morgen? Und wie gehe ich damit um? Es darf nicht sein, dass eine Lebensangst überhand nimmt. Ich schaue also auf Ermutigendes.
Ich habe das Interview mit James Lovelock im "Tagi-Magi" gelesen. Dieser alte Herr fürchtet sich vor nichts, freut sich im Gegenteil darauf, hundert Jahre alt zu werden. "Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man etwas hat, auf das man sich freut. Das hält den Körper am Leben." - Er ist überzeugt davon, dass sowohl die Erde, wie auch die Menschen noch viel Potential haben:
"Nicht nur Gaia (Erde) ist ein zähes Luder, auch der Mensch ist ein unglaublich zähes Biest... Statt Angst zu haben, sollten wir lieber das Leben geniessen, solange wir können."
Natürlich hat das James Lovelock nicht angesichts der Weltnachrichten dieser Woche gesagt. Und auch ich möchte nicht als Zynikerin verstanden werden. Die flapsigen Sprüche von "das Leben geht weiter" sind allzu banal. Aber ich bin der Meinung, dass wir wie zweigleisig gehen müssen - den Schrecken nicht negieren, aber trotzdem das Gute und Schöne suchen und finden.
Gestern Morgen bin ich mit den grauenhaften Nachrichten aus Nizza erwacht. Heute mit dem Putsch in der Türkei. Was kommt morgen? Und wie gehe ich damit um? Es darf nicht sein, dass eine Lebensangst überhand nimmt. Ich schaue also auf Ermutigendes.
Ich habe das Interview mit James Lovelock im "Tagi-Magi" gelesen. Dieser alte Herr fürchtet sich vor nichts, freut sich im Gegenteil darauf, hundert Jahre alt zu werden. "Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man etwas hat, auf das man sich freut. Das hält den Körper am Leben." - Er ist überzeugt davon, dass sowohl die Erde, wie auch die Menschen noch viel Potential haben:
"Nicht nur Gaia (Erde) ist ein zähes Luder, auch der Mensch ist ein unglaublich zähes Biest... Statt Angst zu haben, sollten wir lieber das Leben geniessen, solange wir können."
Natürlich hat das James Lovelock nicht angesichts der Weltnachrichten dieser Woche gesagt. Und auch ich möchte nicht als Zynikerin verstanden werden. Die flapsigen Sprüche von "das Leben geht weiter" sind allzu banal. Aber ich bin der Meinung, dass wir wie zweigleisig gehen müssen - den Schrecken nicht negieren, aber trotzdem das Gute und Schöne suchen und finden.
Freitag, 15. Juli 2016
Schnell nach Baden gefahren
Reto hatte von mir einen Ausflug mit Kaffee zugut. So sind wir heute Morgen um 8.15 Uhr in Oberwinterthur weggefahren und um 11.45 Uhr schon wieder angekommen. Dazwischen haben wir in Baden die Altstadt erkundet und bei "Moser's" Zmorge gegessen. Feine Brötchen, die uns IM Restaurant zwei Spatzen streitig machen wollten. Sogar einen Scheinangriff hat einer geflogen. Aber wir sind hart geblieben. IM Restaurant erhalten Spatzen von uns nix. Die Altstadt hat mich an Zofingen erinnert. Aargauische Heimatgefühle. Auch ein bisschen Sehnsucht und Wehmut. Häuser haben wir bewundert, die im 16. Jahrhundert gebaut wurden. Schöne und gut erhaltene Häuser. Daneben gibt es in Baden alles, was es auch in Winterthur gibt. Schade, dass sich die Angebote und die Ladenketten so ähnlich sind. Trotzdem, nach Baden fahren wir mal wieder!
Donnerstag, 14. Juli 2016
Voller Tag
Am Morgen erneut ein Kampf mit dem Laptop - er hat gewonnen. Ich habe boshafterweise alle Kabel gekappt mitten in der Verzweiflung, und sieh da - er tut heute Abend wieder. Am Nachmittag holte ich mir Enkelin Kaya zum Spielen. Und jetzt haben wir vergessen, den Playmobil-Zoo aufzustellen! Das wollten wir wirklich, haben es aber beide vergessen, weil wir soviel anderes zu tun hatten. Zum Beispiel schauen, ob in meinem Fülli wirklich schwarze, flüssige Tinte ist. Schreiben mit Federn im Federhalter. Und dabei ein Langarm T-Shirt von Kaya verdorben. Ich bin Schuld. Ganz allein. Ich entschuldige mich. Die Tintenflecken an Kayas Hand sind zum Glück mit Gallseife, die eigentlich das T-Shirt hätte retten sollen, ausgegangen. Sie haben Kaya beunruhigt. - Ja, und sonst? - Wir haben die Geschichte von Ernest und Célestine, einem Bär und einer Maus, weiter entwickelt. Die Maus Célestine hat 13 Geschwister, und die brauchten alle eine Matratze. Das war zeichnerisch für mich das kleinere Problem, als die Giraffe Dülli zu malen. Aber Kaya ist grosszügig und lässt mir manches durch. Auch, dass ich mir die 13 Namen der Mausgeschwister nicht merken konnte.
Gestaunt hat Kaya, dass das Gras, das sie mit Grosspapi in ihr Gärtchen gesät hat, wirklich gewachsen ist. Wir haben einen Pool für Ernest und Célestine eingegraben und mit Wasser gefüllt. Natürlich brauchte es Badetücher, um Freund und Freundin nach gehabtem Bad warm einzuhüllen. Bei diesem Wetter!
Gestaunt hat Kaya, dass das Gras, das sie mit Grosspapi in ihr Gärtchen gesät hat, wirklich gewachsen ist. Wir haben einen Pool für Ernest und Célestine eingegraben und mit Wasser gefüllt. Natürlich brauchte es Badetücher, um Freund und Freundin nach gehabtem Bad warm einzuhüllen. Bei diesem Wetter!
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