Sonntag, 26. Juni 2016

Macht der Wörter

Ich weiss, dass ich manchmal?, oft?, immer? eine unbequeme Gesprächspartnerin bin. Reto könnte  ein Lied davon singen. Ich bestehe auf genauen Formulierungen. "Du legst meine Worte ständig auf die Goldwaage." wurde mir kürzlich ziemlich gehässig rückgemeldet. - Es ist ja nicht so, dass ich andere gern und absichtlich verletze. Es ist auch nicht so, dass ich die ewige Lehrerin spielen will. - Vielleicht ist es einfach so, dass mir manche Themen so wichtig sind, dass ich es nicht sein lassen kann, dazu Stellung zu nehmen. Sagt einer, dass es ja fast klar sei, dass eine junge Schweizerin vom Charme eines dunkelhäutigen Mannes geblendet wird, und dass dann eine Scheidung halt ins Haus stehe, wenn dieser Charme an Glanz verliere, dann muss ich? gegen Vorurteile anreden. Für mich kommen in dieser einen Bemerkung zwei Themen zur Sprache, wo ich gern möchte, dass wir alle sehr, sehr vorsichtig sind. - Erstens die Frage, wie "dämlich" denn Frauen im Allgemeinen seien. Sie lassen sich blenden und rennen blind ins Verderben. Und zweitens die Frage, ob dunkelhäutige Männer bloss Charme haben oder vollwertige Menschen seien. - Mir ist bewusst, dass Ehen mit grossen (kulturellen) Unterschieden viel Einsatz brauchen, aber andere nicht?

Ich habe heute in der NZZ am Sonntag gelesen, dass es absolut wichtig ist, dass man den Populisten nicht das Feld überlässt. Es muss diskutiert werden, argumentiert. Wörter haben Macht. Einspruch ist lebenswichtig. Mir macht Angst, dass der Rechtspopulismus dazu führen könnte oder schon führt, dass es Minderheiten wieder schwieriger haben werden. Unsere freiheitlichen Errungenschaften sind nicht ein für allemal gesichert. - Ich bleibe schwierig, äxgüsi, ich kann nicht anders. Macht halt einen grossen Bogen um mich.

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