Freitag, 7. August 2015

Rabenschwarz aus dem Leben gegriffen

Ich gestehe, dass ich vom siebzigjährigen, vielfach ausgezeichneten Schweizer Autoren Klaus Merz noch nie etwas gelesen habe. Aber jetzt. In der neusten Ausgabe von "Surprise" eine Kurzgeschichte.

Der Text beginnt fulminant:
"Der Lehrer sass vor seinem Bierglas voll Schnaps und betrachtete durch den Frühnebel die Welt."

"Gopf!" (kleines Fluchwort!) - Zu diesem Satz liesse sich  seitenlang schreiben. Ich tue es nicht. Aber ich verstehe den Lehrer so gut, der Angst hatte, es mit seinen grossen Schülern nicht bis zur Pensionierung zu schaffen. Was wäre aus mir geworden, wenn mich mein Mentor Sepp, auch Lehrer, nicht gerettet hätte?! - Ich durfte ein Jahr vor der Pensionierung mit den grossen Schülern im Religionsunterricht aufhören. Bevor ich unterging.

In der Kurzgeschichte kommt ein weiterer alter Mann, Kleinbauer, vor. Peter heisst der eine, Paul der andere. Sie stützen einander, so lange sie können. Dann gehen beide unter.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen