Montag, 12. Mai 2014

Drei "heilige Tage"

Ich "büschele" (ordne) mein Leben - nicht nach gehabten Schlachten, sondern nach gefeierten Festen.

Die "heiligen drei Tage" haben am Freitag begonnen. Kaya kam, um gehütet zu werden. Freundin Susanna kam, um Kaya kennenzulernen. Judith kam zum Mittagessen. Harry kam zum Nachtessen. Wahrlich ein Festtag!

Am Samstag dann die ersehnte und gefürchtete Klassenzusammenkunft. - Ich habe sie einfach nur genossen, obwohl ich, wie befürchtet, kaum jemanden erkannt habe auf Anhieb. Aber beim Plaudern mit den gestandenen Frauen meiner Mädchenklasse IVd zeigten sich die ursprünglichen Wesensmerkmale, und ich durfte z.T. ihre Biografie erfahren. Die aparte Frau, die mit 37 Jahren Tänzerin und Dramaturgin geworden ist. Das einstige bleiche Pummerchen - heute eine wildgelockte Märchenfrau mit bewegter Geschichte. Die unauffällige Mitschülerin, die sich unterdessen alle Freiheiten nimmt, um gierig zu lernen in tausenderlei Sparten von Handarbeit über Sprachen und Biologie zur Kosmologie. Und sie sieht aus, wie sie geworden ist - interessant.

Die "Buben" der anderen Klassen? - Unbekannt wie einst, als wir von den Dörfern zu schüchtern waren, uns ihnen zu nähern. Wir einstigen Mauerblümchen brauchen sie nicht. Wir warten nicht auf den letzten Tanz am Kinderfest, wo der schönste oder männlichste der Fernen käme und uns nähme in den starken Arm. - Oh, wie erleichternd, dass das Angewiesensein aufgehört hat!

Gestern Sonntag dann der dritte der Festtage: Sohn Stefan hatte zum Familien-Nostalgietag geladen (Papi Harry musste zu Hause bleiben und hüten). Wir fuhren Postauto und wanderten zwischen Wiesen und Feldern, bis wir zum Landgasthaus kamen, in dem wir einstmals schon Familienfeste gefeiert hatten. Und dort, in der "Sagi" von Bertschikon, haben wir zu viert getafelt und geredet bis nach drei Uhr. Dann den gleichen Weg zurück und zu einer weiteren Tasse Kaffee zu uns und weiterreden, und zum Glück geht uns der Stoff nie aus. Nie ist ausgeredet. Und so freue ich mich schon auf den Freitagabend, wo ich mit meinem Sohn nach Zürich in den Ausgang gehe , und auf morgen Dienstag, wo Judith mit auf den Markt und zum Mittagessen kommt, und auf alle weiteren "heiligen Tage", die wir in guter Gesellschaft geniessen dürfen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen