Mittwoch, 14. Mai 2014

Reduktive Moderne

Dass ich lese, ist bekannt. Jetzt ein empfohlenes Buch, das "Selber denken" heisst (Autor: Harald Welzer). Das tönt simpeleinfach. Ist es auch. Aber der Untertitel hat es in sich: "Eine Anleitung zum Widerstand". Wenn man denn selber gedacht hat, bedeutet dies noch lange nicht, dass man entsprechend der durch das Denken erworbenen Einsichten handelt.

Da liegt die Krux unserer Zeit. Wir haben wohl alle schon gedacht: "So kann es nicht weitergehen mit dem "Immer-Mehr und Immer Schneller"!" - Gedacht haben wir das, aber daraus erfolgt für gewöhnlich: "Da kann man halt nichts machen!" - Soll man aber.

Harald Welzer plädiert für ein durchdachtes Weniger. Und behauptet, dass es Spass machen kann. Von einer neuen Art zu leben, erzählt er. Wo man nicht alles und immer mehr haben muss und immer weiter reisen muss, um noch etwas zu erleben. Wo man ausleiht und tauscht. Und wo man bedenkt, was es bedeutet, alles mitzumachen, weil es alle machen.

Reto und ich mahlen uns seit einer Woche unseren Morgenkaffee mit der Handmühle. Er ist natürlich nicht besser als der Kapselkaffee von Nespresso, aber er macht auf neue Art zufrieden.

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