Montag, 13. Oktober 2014

Erneut im Kino

Es gibt Zeiten, da gehen wir kaum je ins Kino - und plötzlich lesen wir über Filme reihenweise, die wir sehen möchten. - Am Samstag "Der Kreis", gestern Sonntag "Calvary". Da kommst du heim und denkst noch lange, lange an diverse Themen, die in diesem schweren Film aufscheinen. Zuvorderst und drängend die Vergebung.

VERGEBUNG KANN NIEMALS ANGEORDNET WERDEN. WENN SIE ZUM ZUGE KOMMT, IST SIE OFT SCHWER ERRUNGEN.

Ein Priester in Irland wird mit dem Tode bedroht. Er soll büssen, was ein Berufskollege von ihm, der gestorben ist, einem Jungen fünf Jahre lang angetan hat. Schwerer sexueller Missbrauch überschattet das Leben des längst Erwachsenen unerträglich. Er will Genugtuung. Er will Rache.

Der ausgewählte Priester, der sterben soll, bekommt eine Woche Zeit, sein eigenes Leben in Ordnung zu bringen. Das tut dieser, und er ringt sich ausserdem dazu durch, die Tötung auf sich zu nehmen. Stellvertretend.

Erschreckt hat mich im Film die Verachtung, die Verlachung, die Feindschaft vieler Menschen der katholischen Kirche gegenüber. So viel Schuld hat die katholische Kirche auf sich geladen, die Genugtuung erfordern würde! Aber in Rom wird gerade jetzt Kosmetik betrieben anstelle von porentiefer Erneuerung (es müsste "ans Läbige" gehen). Die Menschen sollen belehrt werden statt dass die Hierarchie lernt. - Und doch möchte ich die Themen "Schuld und Vergebung" nicht von mir selbst wegschieben. Jede schaue zuerst bei sich selbst.

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